Die erste Geschichtsstation in Dorsten wird international

rnGeschichtsstationen

50 Geschichtsstationen zu unterschiedlichen Themen gibt es in Dorsten mittlerweile. Doch wer sie verstehen will, muss Deutsch können. Jetzt aber wird die erste Hinweistafel international.

Lembeck

, 22.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschichtsstation an der Lembecker Laurentiuskirche wurde vor ziemlich genau elf Jahren eingeweiht. Von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1017 bis zur Fertigstellung des Seniorenzentrums 2007 sind viele Meilensteine der Lembecker Geschichte dort aufgeführt worden.

Wer sie lesen möchte, musste bislang Deutsch verstehen. Das mag Einheimische nicht gestört haben, aber Touristen und Gäste aus dem Ausland, die mehr erfahren wollten über ihren Aufenthaltsort, standen vor einem Rätsel. Doch das wird sich in Kürze ändern.

Mehr Sprachen über einen QR-Code

Die Geschichtsstation in Lembeck wurde nämlich für ein Pilotprojekt ausgewählt. Mittels eines QR-Codes, der auf der Säule angebracht und über das Smartphone eingescannt wird, ist die Chronologie in Kürze auch in polnischer, englischer, französischer und niederländischer Sprache verfügbar. Zumindest auf dem Handy-Display.

Das Projekt soll am 30. September mit „großem Bahnhof“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ludwig Drüing verriert allerdings auf der Lembecker Stadtteilkonferenz am letzten Mittwoch schon einige Details. „Dass Lembeck ausgewählt wurde, ist wahrscheinlich meiner Freundschaft mit Josef Ulfkotte zu verdanken“, sagt er.

Schon 50 Geschichtsstationen in Dorsten

Josef Ulfkotte ist Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde und war mit der Geschichts-AG des Gymnasium Petrinum und mit Unterstützung des Lions-Clubs Dorsten-Hanse maßgeblich daran beteiligt, dass mittlerweile 50 Geschichtsstationen im Stadtgebiet stehen. Die jüngste Tafel wurde Anfang Juli vor dem Freizeitbad Atlantis am Nachbau der Dorstener Aak eingeweiht.

So informativ alle Tafeln sind, ganz zeitgemäß ist die Präsentation nicht mehr. Und so sollen peu à peu alle Geschichtsstationen mehrsprachig werden. „Ein Mammutprojekt ist das“, weiß Ludwig Drüing, für das nicht nur Geld, sondern auch Übersetzer benötigt werden. Für die Premiere haben sich neben Drüing (Englisch, Niederländisch) auch Wieslawa Siegner (Polnisch) und Rolf-Helmut Michalak (Französisch) verdient gemacht.

Themenspaziergänge und Radtouren

Parallel wird auch das touristische Angebot ausgeweitet. In der Innenstadt sind Themenspaziergänge entlang der Stationstafeln geplant, im Norden der Stadt werden neue Radtouren entlang der Geschichtsstationen ausgeschildert. Beides kann dann auch fürs Stadtmarketing genutzt werden.

Für das Pilotprojekt hat Ludwig Drüing übrigens noch schnell die Lembecker Geschichte aktualisiert. Digital ist nun auch das Jahr 2017 erwähnt, als das Dorf dreifach Jubiläum feierte: 1000 Jahre Lembeck, 850 Jahre St. Laurentius und 325 Jahre Schloss.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt