Gewalt gegen Frauen und Kinder - Filmprojekt weist auf Femizid-Situation hin

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Der Dreh für einen Lehrfilm gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder musste wegen Corona gestückelt werden. Am Leo wurde in verschiedenen Sprachen gedreht, die Botschaft war immer dieselbe.

Dorsten

, 25.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind gegen Gewalt und gegen Rassismus“, das ist das Projekt, an dem Polizeibeamter Horst Storb mitwirkt.

Alleine in 2018 seien laut Storb 122 Frauen deutschlandweit Opfer von Femizid geworden. Weltweit gebe es laut Horst Storb 80.000 Frauen und Mädchen, die auf grausame Art getötet werden. Aber was ist Femizid eigentlich? Femizid bedeutet nichts anderes als die Tötung von weiblichen Menschen. In Zeiten von Corona wird erwartet, dass die häusliche Gewalt steigen wird. Das hatte auch Bayern2 gegen 9 Uhr am Freitagmorgen berichtet. Umso wichtiger ist die Botschaft von Horst Storb und seinen Kollegen.

Häusliche Gewalt ist nicht mit eingerechnet

„Da sind die Zahlen der häuslichen Gewalt und der Vergewaltigungen noch nicht mit drin“, sagt Horst Storb gegenüber der Redaktion. Als langjähriger Polizeibeamter werde er oft damit konfrontiert. Er überwache unter anderem Rückkehrverbote. „Bei meinen Besuchen in einigen Ländern wie Tunesien oder Indien zeigte sich eine Hilflosigkeit der dort lebenden Frauen“, so Storb weiter.

Die Spots, die am 15. März am Leo in Hervest gedreht wurden, werden für einen Lehrfilm genutzt. Wegen Corona konnten nicht alle Clips gedreht werden.

Verschiedene Sprachen - eine Botschaft

Wenn die Corona-Krise überstanden ist, sollen die fehlenden Clips gedreht werden: „Am Leo haben wir Clips in verschiedenen Sprachen gedreht, darunter war Deutsch, Spanisch, Türkisch, Griechisch, Polnisch und Kölsch“, sagt Horst Storb.

In festgelegten Zeitabständen kamen sechs Kinder, zwölf Frauen und zwölf Männer zum Einsatz. Der Drehraum wurde vom Team mit Desinfektionsmittel gereinigt und die Teilnehmer wurden aus Desinfektionsspendern versorgt. Außerdem wurden Einzeldrehs durchgeführt. Weiter Drehs sollen folgen, dann auf Punjabi, Arabisch, Hebräisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und weitere. Auch wenn unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, die Botschaft ist immer dieselbe: „Gewalt gegen Frauen, das geht gar nicht!“

Weltweite Aktion soll Frauen und Mädchen schützen

Die weltweit geteilten Spots werden auf YouTube, Facebook, Instagram und weitere Soziale Medien eingestellt für Nachahmer. „Das sind die Vorbereitung für einen nach Corona gedrehten Lehrfilm, in dem aufgezeigt wird, wie sich Frauen weltweit gegen Gewalt schützen können“, erklärt Horst Storb.

Traumeis Willi Krämer Filmdreh

Auch Wolli Krämer (links) war am Start und schenkte sein Traumeis den Kindern, die beim Filmdreh mitgemacht haben. © privat

Wolli Krämer von „Wolli’s Traumeis“ hat geholfen, die erforderliche Spenden für das Projekt zu sammeln. „Denn kein Landesministerium NRW, Bundesministerium oder gar Frauenrechtsorganisationen zeigten Interesse, uns zu unterstützen“, sagt Horst Storb. „Wir möchten uns bei der Stadt Dorsten bedanken, die auch unser Projekt ‚Wir sind gegen Gewalt und gegen Rassismus‘ ermöglicht hat“, so Storb. Im Anschluss bekam jeder Teilnehmer von Willi Krämer ein Eis.

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