Sein mitunter glamouröses Leben hat Prinz Alexander von Anhalt für ein TV-Experiment eingetauscht gegen ein Leben auf der Straße. © privat
TV-Experiment

Gosse statt Glamour: Prinz aus Dorsten wird freiwillig obdachlos

Für ein TV-Experiment hat sich Prinz Alexander von Anhalt in die Gosse begeben. Drei Tage lebte der Wahl-Dorstener unter Obdachlosen. Jetzt spricht er von einem „Gefühlschaos“.

72 Stunden schlafen, leben und essen sie auf der Straße. Ohne Geld, ohne Kreditkarten, ohne Handy und ohne Kontakte zu Freunden und Verwandten. Mit Schlafsack und Isomatte finden sie sich in einer für sie fremden Stadt wieder und sind auf sich alleine gestellt.

Prinz Alexander von Anhalt hat sich mit anderen Prominenten dieser Herausforderung gestellt. „Das war eine Grenzerfahrung“, sagt der Adoptivsohn von Prinz Frederic von Anhalt und der verstorbenen Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor nach Abschluss der Dreharbeiten. Ab 10. März können die Zuschauer in drei Folgen bei RTL2 sehen, wie es ist, „prominent und obdachlos“ zu sein.

Alexander von Anhalt, der seit Jahren in Lembeck lebt und mit Ehefrau Justine Christine bis zum vergangenen Jahr in Wulfen „Deutschlands legendärsten Swingerclub“, die Villa Palazzo, betrieb, kam wohl nicht durch Zufall neben Dschungelkönigin Desiree Nick, Schauspielerin Jenny Elvers oder Ex-Profifußballer Uli Borowka in die Auswahl für das Sozialexperiment. „Es ist ja bekannt, dass ich eine Vielzahl von Charity-Aktionen auch für Obdachlose organisiert habe“, sagt er.

Festessen für Obdachlose gescheitert

So auch im Winter 2016. Alexander von Anhalt hatte wenige Monate zuvor den „Döner Pirat“ an den B 58 in Deuten übernommen und plante zu Weihnachten ein Festessen für Obdachlose aus der Region. Der Gänsebraten war vorbereitet, doch die Gäste blieben aus, obwohl der Prinz sogar einen Fahrdienst organisiert hatte. Das hat sein Bild von Obdachlosen geprägt.

In Berlin („Da kenne ich mich überhaupt nicht aus“) traf Alexander von Anhalt auf Obdachlose, denen er auf den Kopf zusagte, dass er sie für faul und antriebslos hält. Betteln sollte man verbieten, denn dann wären alle Menschen gezwungen, sich einen Job zu suchen, sagte er angeblich vor dem Kanzleramt. Erst als der 49-Jährige ganz tief in den Sumpf aus Alkohol, Drogen und völliger Perspektivlosigkeit am Bahnhof Zoo eintauchte, so wird berichtet, geriet sein Weltbild langsam ins Wanken.

„Das war eine harte Zeit“

Viel mehr erfährt man vor der Sendung nicht. Alexander von Anhalt ist vertraglich verpflichtet, keine Details zu verraten. Schon gar nicht, ob er es tatsächlich 72 Stunden in vorgespielter Armut ausgehalten hat. „Das war eine harte Zeit“, sagt er lediglich. Und bestätigt: Er wurde sich selbst überlassen. „Es gab kein Script, keine Regievorgaben. Das Fernsehteam hat mich nur aus der Ferne begleitet.“

Und niemand solle glauben, dass er abends ins Hotel und später ins warme Bett gegangen sei. „Ich wurde unter einer Brücke ausgesetzt, das war‘s.“ Nach dem kurzen Leben auf der Straße zieht jeder Promi in der dreiteiligen Sendung sein persönliches Fazit.

Alexander von Anhalt sagt: „Ich bin über meine Grenzen hinausgegangen.“

Ausstrahlung am 10., 17. und 24. März, jeweils ab 20.15 Uhr auf RTL2. Die Folgen sind anschließend 30 Tage lang kostenlos auf TVNow im Premium-Bereich verfügbar. Alexander von Anhalt ist in der zweiten Folge zu sehen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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