Grundstandards kommen Anlieger teuer zu stehen

Unmut über Luisenstraßen-Ausbau

Der Unmut der Anlieger, die sich am Montag auf Einladung der Stadt zum Bürgerinformationsabend über den Ausbau der Luisenstraße zwischen Möllenweg und Blauem See im "Leo" zusammenfanden, war deutlich spürbar.

Dorsten

, 26.09.2017, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch Bürgermeister Stockhoff ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, was verhandelbar ist und was nicht: „Die für 2019 geplante Maßnahme wird gemacht, nur wie sie gemacht wird, darüber können wir heute reden.“

Anlass für den Ausbau dieses Teilstückes im Marienviertel ist die sanierungsbedürftige Hammbach-Brücke. Im Zuge des Brückenneubaus beabsichtigt die Stadt auch gleich die Sanierung der Luisenstraße (die letzte war Mitte der 1950er-Jahre) und die Neugestaltung der Kreuzung Bismarckstraße/Möllenweg/Luisenstraße in Form eines Kreisverkehrs, so wie er bereits in der 2006 beschlossenen Kreisverkehrsplanung aufgeführt ist.

Protestschreiben an die Stadt

Maßnahmen, die sämtliche betroffene Anwohner mit ihren Unterschriften unter ein „Protestschreiben“ an die Stadt in großen Teilen ablehnen: Man bräuchte keinen teuren Kreisverkehr, keine Pflasterung der Gehwege und auch keine Grünflächen auf den Bürgersteigen, die momentan von den Anwohnern als Parkplätze genutzt würden. „Der Kreisverkehr entschleunigt und bietet deutliche Sicherheitsvorteile für Fußgänger“, sagte Stockhoff und brachte noch ein weiteres Pro-Argument ins Spiel: „Sie als Anlieger werden dadurch nicht belastet, denn der Kreisverkehr wird zu 80 Prozent vom Land gefördert.“

Neuer Standort für Bushaltestelle

Bei dem viel diskutierten neuen Standort der Bushaltestelle, die wegen des Kreisverkehres von der Luisenstraße verlegt werden müsse, wurde der städtische Vorschlag wohlwollend zur Kenntnis genommen: „Wir könnten uns vorstellen, die Bushaltestelle vor der früheren Gerhart-Hauptmann-Schule zu schließen und sie hundert Meter weiter vor dem Kreisverkehr einzurichten“, hat Stockhoff schon diesbezüglich Gespräche mit der Vestischen eingestielt. Bei dem Thema Standards hingegen machte Stockhoff keine Abstriche: „Vor 20 Jahren hat der Rat Grundstandards beschlossen, die für Sanierungen und Ausbaumaßnahmen im gesamten Stadtgebiet gelten. Diese können wir hier und heute nicht diskutieren.“

Kosten für den Bauabschnitt

Diese Grundstandards vorausgesetzt, beliefen sich die Kosten für den Bauabschnitt (ohne Kreisverkehr) auf rund 435.000 Euro, von denen 280.000 Euro nach einem ausgeklügelten Berechnungsschlüssel auf die beitragspflichtigen Anlieger umgelegt würden, erläuterte Jürgen Stegerhoff vom Tiefbauamt. „Das bedeutet für mich rund 12.000 Euro“, hatte ein Schnellrechner seinen satten Anteil bereits ausgerechnet und bemerkt: „Eigentlich haben wir das Haus als Altersversicherung gebaut und nicht, um der Stadt zu helfen.“

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