Mann begrapscht Schulmädchen und entblößt sich vor ihnen auf einem Schulhof-Gelände

rnGerichtsprozess

Eine unappetitliche Serie von sexuellen Übergriffen auf Schulmädchen beschäftigte im Frühjahr dieses Jahres die Dorstener Öffentlichkeit. Jetzt wurde dem Täter der Prozess gemacht.

Dorsten

, 12.12.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine äußerst unappetitliche Serie von sexuellen Übergriffen auf Schulmädchen sorgte im Mai und Juni für Unruhe unter Dorstener Eltern. Ein älterer Mann hatte damals im Juni zweimal in einem Gebüsch auf dem Gelände der Augustaschule sein erigiertes Glied entblößt.

Tage später berührte ebenfalls in Hervest ein zunächst Unbekannter mehrere Mädchen im Alter von zehn und zwölf Jahren unsittlich. Und Ende Mai wurde eine 13-jährige an einer Bushaltestelle in Holsterhausen im Intimbereich begrapscht - wieder war der Täter mit einem lilafarbenen Fahrrad vorgefahren.

Von einem Opfer erkannt

Nachdem der mutmaßliche Täter Ende Juni erneut in einem Innenhof-Tatort am Katenberg aufgetaucht war, wurde er von einem der Opfer erkannt: Das Mädchen informierte ihre Eltern, Passanten hielten den Mann fest, bis die Polizei erschien. Der 50-jährige, auf den alle damaligen Täterbeschreibungen zutrafen, wude in U-Haft genommen.

Am Mittwoch musste sich der Dorstener vor dem Schöffengericht verantworten. „Absolut verabscheuungswürdig“, nannte Richterin Lisa Hinkers die Taten, die der Mann nur nach und nach einräumte. Er habe im Gebüsch lediglich urinieren wollen, gab er zu Protokoll, das Mädchen an der Bushaltestelle habe er nur ausgefragt, aber keinesfalls berührt.

Perfides Vorgehen

Auch bei den Katenberg-Vorwürfen habe er keine bösen Gedanken und Absichten gehabt: „So ein Mensch bin ich nicht.“ Dort und an einem weiteren Tatort hatte er seine Schlüssel auf einen Baum und auf ein Podest gelegt und kleine Mädchen gebeten, diesen für ihn dort herunterzuholen. Er hob die Mädchen hoch und griff ihnen dabei an den Po und zwischen die Beine. „Sie wollten die Kinder anfassen, das aber harmlos erscheinen lassen“, schüttelte Lisa Hinkers über dieses perfide Vorgehen den Kopf.

Nachdem der Angeklagte die Vorwürfe gegen ihn zunächst herunterspielen wollte, wendete sich das Blatt erst, als Richterin und Staatsanwalt damit drohten, die Mädchen in den Zeugenstand zu holen - das habe man den Kindern eigentlich ersparen wollen. „Wenn wir die Kinder damit auch noch belasten müssen, würde sich das für Sie nur negativ auswirken“, redete die Richterin dem Beschuldigten zu.

Zwei Jahre und sechs Monate

Schließlich knickte der 50-Jährige ein, wohl eher aus Angst vor dem Gefängnis als aus echter Reue: „Das alles ist für mich so blamabel, ich will wieder zurück zu meiner Familie“, erklärte der vierfache Vater. Doch darauf wird er noch eine ganze Weile warten müssen: Das Schöffengericht verurteilte den Mann, der vor 13 Jahren schon mal wegen exhibitionistischer Handlungen verurteilt und zum Zeitpunkt der aktuellen Taten unter Bewährung stand, zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Der 50-Jährige nahm das Urteil an.

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