Hartnäckiger Infekt leert Dorstens Klassenzimmer

Keine Grippewelle

Schnupfen, Husten, Röcheln, Schniefen – das ist zu Beginn eines Jahres ganz normale Hintergrundmusik in einem Klassenzimmer wie Petrinum-Leiter Wolfgang Gorniak bestätigt. Nicht normal sei aber, dass die Schüler-Reihen sich zurzeit sichtbar lichten.

DORSTEN

, 10.02.2015, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hartnäckiger Infekt leert Dorstens Klassenzimmer

Erkältungsmittel wie Nasenspray, Halstabletten und Papiertaschentücher liegen am Dienstag (21.02.2012) auf einem Tisch in einem Büro in Dresden. Die ersten Sonnenstrahlen verleiten dazu, sich zu leicht zu kleiden - die Gefahr einer Erkältung steigt. Foto: Arno Burgi dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Ich habe heute Morgen eine Arbeit in der 6. Klasse schreiben lassen. Sechs Schüler fehlten“, erzählt Gorniak. Klares Indiz für eine grassierende Infekt-Welle. Allgemeinmedizinerin Dr. Heike Wenig meint, dass die aus Süden vordringende Grippe-Welle Dorsten noch nicht erfasst habe. Dafür aber ein Virus-Infekt, der bei ihren Patienten heftige Krankheitssymptome auslöse: „Viele klagen über Husten, Schnupfen, Halsschmerzen“, sagt Wenig. Sie spricht von „massiven Erkältungsinfekten“.

Besonders fies: „Die Symptome halten lange an und kehren sogar wieder“, beobachtet die Medizinerin in ihrer Praxis in Barkenberg einige Rückfallpatienten, die nach kurzer Erholungsphase ein zweites Mal vom Virus umgeworfen werden. Halbe Schulklassen versammeln sich dann auch bei ihr im Wartezimmer, um ihre Leiden mit Hilfe der Ärztin lindern zu können.

Gruppenweise Ansteckung

Die gruppenweise Ansteckung beobachten auch die Lehrer in der Grünen Schule in Barkenberg – „es sind vermehrt Kinder krank“ – genauso wie Petrinum-Chef Wolfgang Gorniak. Der übrigens ein ganz „cooles“ Rezept dafür hat, dass das jahreszeitübliche Schniefen, Husten, Röcheln während der Klassenarbeiten verstummt: „Ich sage allen Kindern zu Beginn, dass sie sich kräftig die Nase putzen und abhusten sollen. Und schon herrscht Ruhe“, plaudert Gorniak aus der Schule.

Den ernsthaft Erkrankten rät Gorniak aber dringend dazu, zu Hause zu bleiben und ihre Erkältung auszukurieren. Denn Arbeiten würden schließlich nachgeschrieben.

Pflanzliche Mittel helfen

Apotheker Simon Nattler aus der Innenstadt stellt momentan jedenfalls auch eine steigende Nachfrage nach Erkältungsmedikamenten fest. Von der „Chemiekeule“ zu Beginn eines Infektes hält Nattler nicht allzu viel: „Die pflanzlichen Mittel helfen genauso gut wie die chemischen und werden bei Kindern von der Krankenkasse sogar übernommen“, sagt er.

Dass so viele Mitbürger zurzeit unter Erkältungsinfekten leiden, führt Nattler auf die Fahrstuhltemperaturen zurück. „Im letzten Jahr gab es auffallend wenig Kranke, weil es keinen Winter gab. Das ist jetzt anders.“ 

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