Hedwig Herrath-Beckmann traf den Papst in Rom

Buch überreicht

Ihr Wunsch ging in Erfüllung: Die in Dorsten geborene und heute in Spanien lebende Hedwig Herrath-Beckmann überreichte bei der Papstaudienz am 26. Oktober in Rom Papst Franziskus höchstpersönlich ihr Buch „HILIFI – Gottes vermaledeite Brut“. Darin schildert sie die Höllenjahre des Missbrauchs, die sie als Kind in einer katholischen Einrichtung erleiden musste.

Dorsten

, 08.11.2016, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hedwig Herrath-Beckmann traf den Papst in Rom

Die in Dorsten geborene und heute in Spanien lebende Hedwig Herrath-Beckmann überreichte bei der Papstaudienz am 26. Oktober in Rom Papst Franziskus höchstpersönlich ihr Buch „HILIFI – Gottes vermaledeite Brut“.

Dass sie viel zu sagen hat, bewies Hedwig Herrath-Beckmann bei ihrer beeindruckenden Lesung aus ihrem autobiografischen Buch, die sie 2014 im Alten Rathaus in Dorsten hielt. Doch als ihr Papst Franziskus jetzt in Rom persönlich gegenüberstand, verschlug es ihr glatt die Sprache: „Ich habe kein Wort heraus bekommen!“

 „HILIFI – Gottes vermaledeite Brut“

Hedwig Herrath-Beckmann wurde, wie viele andere Kinder und Jugendliche, in einem von katholischen Nonnen geführten Heim misshandelt. In ihrem Buch „HILIFI – Gottes vermaledeite Brut“ arbeitete die gebürtige Dorstenerin die Höllenjahre ihrer Kindheit auf (wir berichteten). Dieses Buch Papst Franziskus zu überreichen und Fürbitte gegen Kindesmisshandlung zu leisten, war fortan ihr größter Wunsch, der nun in Erfüllung ging: Mithilfe von Dr. Jochen Reidegeld, Vize-Generalvikar in Münster, und dem Münsteraner Bischof Felix Genn bekam sie eine Einladung zu der Generalaudienz von Papst Franziskus am 26. Oktober in Rom.

Petition gegen Kindesmissbrauch

Direkt nach der Ankunft hatte sie die Gelegenheit, mit Prof. Dr. Hans Zollner vom Zentrum für Kind-Schutz an der Päpstlichen Universität Gregoriana-Childsafe ergiebig über ihr Herzensanliegen zu sprechen, das sie in einer Petition gegen Kindesmissbrauch (die bereits mit einem Teilerfolg vom deutschen Bundestag behandelt wurde) zusammengefasst hat. Als die Gäste mit der Nummer 86 wurden Hedwig Herrat-Beckmann und Dr. Reidegeld am kommenden Audienztag über den menschengefüllten Petersplatz zu ihren Plätzen in der ersten Reihe geführt. Nach dem Ende der Messe begrüßte Franziskus seine Gäste und reichte auch Dr. Reidegeld und Hedwig Herrath-Beckmann die Hand.

„Der Heilige Vater blickte mir so voller Güte und Freundlichkeit in die Augen, dass mir seine Blicke bis ins Tiefste meiner Seele schauten“, sagt sie später: „Da stand ich nun vor dem einflussreichsten Menschen dieser Welt und bekam kein Wort heraus.“  Als sie sich gefangen hatte, übergab sie ihm dann doch ihr Buch und einen Brief. Im Gegenzug erhielt sie vom Papst einen Rosenkranz mit Kreuz. Folgendes Fazit hat Hedwig Herrath-Beckmann von ihrer bewegenden Rom-Reise gezogen: „Wichtig ist nicht mehr, was man mir angetan hat, sondern was ich bereit bin, daraus zu machen.“ 

Hilfetelefon des bei der Bundesregierung: (0800) 4 45 55 30

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