An allen drei Herbstfest-Tagen wird es einen Feierabendmarkt geben. Auch hier sind stichprobenartige Corona-Kontrollen denkbar. © Ralf Pieper (Archiv)
Herbstfest

Herbstfest startet mit einem Rätsel: Wie funktionieren Corona-Kontrollen?

Nach zweijähriger Pause feiert Dorsten ab Freitag wieder ein Herbstfest. Die Vorfreude ist groß, aber es gibt auch Unmut. Denn „stichprobenartige Corona-Kontrollen“ scheinen kaum möglich.

Endlich wieder ein Stadtfest! Viele Menschen in Dorsten freuen sich auf drei stimmungsvolle Tage in der Altstadt bei wahrscheinlich traumhaftem Herbstwetter. Doch die Ankündigung der Stadt, „stichprobenartig“ die Einhaltung 3G-Regel überprüfen zu wollen, wirft Fragen auf.

Stadtsprecher Ludger Böhne ist überzeugt, dass es dem Kommunalen Ordnungsdienst gelingen wird, in einer womöglich rappelvollen Altstadt die Menschen herauszufiltern, die tatsächlich wegen des Herbstfestes gekommen sind. Wenn sie zum Beispiel auf den Feierabendmarkt gehen oder sich an Biertischen niederlassen. Wer nur zum Einkaufen kommt oder gar in der Altstadt wohnt, für den gilt „3G“ natürlich auch weiterhin nicht.

In den Sozialen Medien haben die angekündigten Kontrollen trotzdem für einigen Ärger gesorgt. Erst recht die Androhung von Bußgeldern „bis zu 250 Euro“. Wahrscheinlicher scheint indes, dass die Ordnungshüter zunächst auf die Möglichkeit eines Schnelltests direkt in der Altstadt hinweisen würden. Das kostet bis einschließlich Sonntag ja noch nichts.

Schutzverordnung schreibt 3G-Regel für Feste vor

In der seit 1. Oktober für Nordrhein-Westfalen gültigen Corona-Schutzverordnung ist die 3G-Regel unter anderem für „Veranstaltungen im Freien mit gleichzeitig mehr als 2.500 aktiv Teilnehmenden“ festgelegt worden. Wie das letztlich wirkungsvoll in einer keineswegs abgeriegelten Innenstadt kontrolliert werden kann, steht da allerdings nicht.

Ob geimpft, genesen oder getestet: Da insbesondere in der Fußgängerzone und während der Märkte damit zu rechnen ist, dass Mindestabstände nicht eingehalten werden können, gilt die dringende Empfehlung der Stadtverwaltung, beim Besuch des Festes eine Maske zu tragen.

Was man noch wissen muss

Öffnungszeiten: Herbstfest am Freitag von 13 bis 22 Uhr, Samstag von 10 bis 22 Uhr, Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Feierabendmarkt am Freitag von 15 bis 22 Uhr, Samstag von 10 bis 22 Uhr, Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Open Stage Marktplatz am Freitag von 18.45 bis 22 Uhr, Samstag von 18.30 bis 22 Uhr, Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Bühnenprogramm: Bekannt geworden ist bislang nur, dass es auf der Marktplatz-Bühne am Freitag um 18.30 Uhr Live-Musik mit den Singer- und Songwriterinnen Maryaka und Mandy Lee Rose gibt. Blues & Rock’n‘Roll spielt die Band „50 Fingers Movin‘“ ab 20.30 Uhr.


Busverkehr:
Von Freitag (6 Uhr) bis Sonntag (21 Uhr) werden alle Busse über den Willy-Brandt-Ring umgeleitet und steuern deshalb nicht das Recklinghäuser Tor und die Evangelische Johanneskirche an. Betroffen sind die Linien 208, 274, 276, 278, 279 (TaxiBus) 293, NE 8, SB 18, SB 25 und SB 26.

Bücherbasar: Der Rotary Club Dorsten verkauft am Samstag von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr in einem Ladenlokal der überdachten Passage am Franziskanerkloster Bücher, außerdem in der alten Klosterapotheke gegenüber selbst gebackenen Kuchen. Der Erlös beider Aktionen fließt wie immer in das Projekt „Lesen lernen, Leben lernen“ für Dorstener Grundschüler.

Familienrallye: Die Jugendförderung der Stadt Dorsten richtet am Samstag von 9.30 bis 14 Uhr eine Familienrallye aus mit Start auf dem Marktplatz. Familien, die an der Rallye teilnehmen, können einen Gutschein für einen Familientag u.a. im Atlantis, im Kino, in der Eissporthalle oder im Wildpark Frankenhof gewinnen.

Anders als manche Großstädte in NRW denkt die Stadt Dorsten nicht an die Einführung der 2G-Regel bei städtischen Veranstaltungen. „Bei Veranstaltungen der Stadtagentur z.B. sind in der Regel 95 Prozent der Besucher geimpft oder genesen“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne. Aufgrund der derzeit fehlenden Notwendigkeit sei auch noch nicht rechtlich geprüft worden, ob eine kreisangehörige Stadt überhaupt alleine von den Regelungen der Corona-Schutzverordnung abweichen dürfe. Und hinzu komme: Die 3G-Regel sei aktuell in Dorsten gut bekannt und weitgehend akzeptiert.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker