Hilfeschrei aus dem Dschungel

Wulfen So haben Christa und Dieter Lippert nicht gewettet: Als die beiden vor 14 Jahren in ihren Bungalow an der Dimker Allee zogen, wollte das Paar durchaus im Grünen wohnen.

12.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die gebürtigen Bayern sich jetzt fühlen, als befände sich ihr Häuschen mitten im Dschungel, war dagegen nicht geplant. Auf den ersten Blick liegt der Bungalow der Lipperts idyllisch, zahlreiche große "kommunale Eichen" und hochgewachsene Hecken säumen das Grundstück, drumherum befindet sich städtischer Boden. Doch das genervte Ehepaar findet, dass der Slogan "Im Grünen zu Hause" bei ihnen einfach zu gut passt. "In der Verwahrlosung zu Hause würde hier eher zutreffen", ärgert sich Christa Lippert.

Dabei ist es nicht die Optik, die das Ehepaar stört. "Wir müssen die Eicheln und das Laub jeden zweiten Tag entfernen, nicht nur im Herbst. Ich muss das alles mit der Hand rauspopeln", klagt die Anwohnerin und zeigt dabei auf den kleinen Vorgarten. Dort könne sie keine Blümchen setzten, weil andere Pflanzen und Eicheln dort ungebremst austrieben. Auch das begrünte Bungalow-Dach müssen die Lipperts ständig von Mini-Eichen befreien, ihre Wurzeln zerstören auf Dauer die Isolierungs-Folie.

Schlimmer noch als die ständige Arbeit findet das Paar die Dunkelheit. Wegen der hohen Eichen werde es kaum noch hell im Haus, selbst bei 20 Grad Außentemperatur müsse geheizt werden. "Wir verbrauchen mehr Energie als andere", sagt Dieter Lippert und schmeißt daher auch im Juli den Kamin an. Die Nachtspeicherheizung reagiere einfach zu langsam und koste zu viel.

Stadt will etwas tun

Auch besonders wetterfest scheint das "Urwald-Häuschen" nicht zu sein: "Bei starkem Regen kann ich das Haus wegen der Wurzeln an den Gullis nur noch mit Gummistiefeln verlassen", ärgert sich Christa Lippert. Und: "Beim letzten Sturm flogen hier die Bäume durch die Gegend."

Aber es schimmert schon ein Lichtlein durchs dichte Dickicht: Werner Schmidt von der Grünflächenabteilung des Tiefbauamts hat nach einem Gespräch mit unserer Zeitung sofort den Hörer in die Hand genommen, um mit dem Barkenberger Ehepaar einen Termin zur Lagebesprechung zu vereinbaren. Den Groll der Bürger kann Schmidt verstehen, aber er macht auch klar: "Das war keine böse Absicht. Durch den Sturm 'Kyrill', der im Frühjahr gewütet hat, ist einiges liegen geblieben." Wie es weiter geht? Man darf gespannt sein... ah

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