Hope rennt mit Rollator durch Barkenberg

Hilfsmittel für gelähmten Hund

Hope ist keine Hündin wie jede andere. Hope ist als Welpe Opfer eines Tötungsversuchs in Rumänien geworden. Hope lebt, aber sie ist querschnittsgelähmt. Das hat Tanja und Rainer Schohmann nicht davon abhalten können, die behinderte Hündin zu sich zu nehmen. Sie bewegt sich mithilfe eines Spezialrollators fort.

Dorsten

, 08.09.2016, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hope hieß mal Lidia. „Was für ein blöder Hundename“, dachte sich Tanja Schohmann. Denn Lidia blickte sie im Internet so hoffnungsvoll an. „Ich hab sie sofort ins Herz geschlossen und in Hope umbenannt“, sagt Tanja Schohmann. Hope ist eine querschnittsgelähmte Hündin aus Rumänien. Ihre Behinderung ist, das nimmt Tanja Schohmann an, Resultat eines misslungenen Tötungsversuchs.

Trotzdem ist die Hündin gut drauf: Mithilfe eines maßgefertigten Rollis (Kosten: 500 Euro) saust sie auf ihren durchtrainierten Vorderbeinen und mit dem am Hinterteil umgeschnallten Hilfsmittel aus einer Wittener Werkstatt durch die Gegend. Und erreicht dabei 20 km/h, wie Rainer Schohmann sagt. Er muss das wissen, denn Hope rennt nebenihm her als wären ihr die Räder des Sulkys statt der Hundebeine gewachsen.

"Alle ein bisschen verrückt"

„Wir sind alle ein bisschen verrückt in dieser Familie“: Liebevoll blickt Tanja Schohmann zu ihrem Ehemann Rainer. Der hat die Ruhe weg und bleibt in der häuslichen Menagerie mit zwei Hunden und zwei Katzen ganz gelassen. Auch wenn Hope im Haus wegen ihrer Behinderung Stuhl oder Urin verliert. „Trotz der Stoffpampers und regelmäßiger Spaziergänge kann Hope das nicht kontrollieren“, sagt der Ehemann. Und beseitigt mit dem Nasssauger das Malheur auf den Fliesen. Mit Hope geht er regelmäßig zum Schwimmen und zur Physiotherapie: „Damit ihre Muskulatur gekräftigt wird, am Anfang war da ja nichts.“ Die kostspielige Behandlung des Hundes ist für Tanja und Rainer Schohmann kein Thema: „Wir haben nicht Buch geführt.“

Zuerst in Mönchengladbach

Eine Mönchengladbacher Familie hatte den behinderten Fundhund aus der Zwischenstation in Österreich übernommen, „sich bei der Pflege des gelähmten Tieres aber übernommen“. „Also haben wir Hope zu uns geholt.“ Seitdem bekommt Hope all die Liebe und Zuwendung, die sie als Welpe und Junghund entbehren musste.

Zu Hope gesellte sich dann noch Lucy, eine weitere Fundhündin aus Rumänien. „Lucy hatte am Anfang keine Ohren und keinen Schwanz, so verängstigt war sie“ – bei den Schohmanns fasste das verschreckte Tier ebenfalls Hoffnung und bildet mit Hope jetzt ein unzertrennliches Hundegespann. „Lucy beschützt Hope, wenn wir unterwegs sind“, sagt Tanja Schohmann.

So sind die Hunde der Familie Schohmann so bekannt geworden wie der sprichwörtliche bunte Hund.

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