Auf dem Lippedeich müssen Hundebesitzer dafür sorgen, dass ihre Tier keine Gefahr für Radfahrer und Fußgänger darstellen. Unten im Naturschutzgebiet auf dem Lippewiesen sind Hunde grundsätzlich verboten. © Michael Klein
Radfahren

Hundeattacke auf Radfahrerin: Ordnungsamt will genauer hinschauen

Die Attacke eines nicht angeleinten Hundes auf eine Radfahrerin am Lippedamm in Dorsten hat zu Diskussionen geführt. Hundehalter und Radfahrer stehen sich teils unversöhnlich gegenüber.

Für eine Menge Diskussionen bei Lesern unserer Zeitung hat die Berichterstattung über die Radfahrerin gesorgt, die auf dem Radweg nahe der Hohenkampbrücke/Lippewiesen von einem freilaufenden Schäferhund attackiert worden war – was bis auf den Schock und den Ärger über den Vorfall zum Glück ohne schlimmere Folgen geblieben war. Radfahrer und Hundebesitzer stehen sich dabei zum Teil unversöhnlich gegenüber.

Einige Leser schilderten ähnliche Vorfälle, bei denen Hundehalter trotz Anleinpflicht ihre Hunde frei laufen ließen und es deshalb zu unliebsamen Begegnungen kam. Vor zwei Wochen soll es nach Hinweis eines Lesers schon mal einen Fall gegeben haben, bei dem ebenfalls ein Schäferhund auf einen Radfahrer losgegangen sei.

Vor allem am und über den Kanal und an der Lippe, wo mehrere offizielle Radwege entlangführen, komme es zu Problemen. „Das Ordnungsamt sollte dort mal mit Anwesenheit glänzen, wenn die Hundebesitzer dort auch unterwegs sind“, heißt es in einem Kommentar: „Morgens zwischen 8 und 10 Uhr und am Nachmittag ab 16 Uhr.“

„Rücksicht ist das Zauberwort, doch die ist leider verloren gegangen“, schreibt eine Leserin. Eine andere: „Es ist eine Unart von Hunden, in Fahrräder zu rennen, die Besitzerin muss ihn anleinen und ihn besser erziehen.“

Auf der Karte ist zu erkennen, dass die Lippewiesen Teil des Naturschutzgebietes sind, der Lippedamm (gestrichelte Linie) aber nicht. © Kreis RE © Kreis RE

Ein passionierter Radfahrer erzählt, dass ihm so etwas schon zwei Mal passiert sei: „Es war zwar kein Schäferhund, aber die Kleinen sind auch nicht ohne. Ich hatte zum Glück eine lange Hose an, da waren drei Löcher von den Zähnen drin.“ Er fordert von den Hundebesitzern, auf Radwegen eine Seite für Radfahrer freizuhalten.

Auch Beschwerden über Radfahrer

Auf der anderen Seite meldeten sich aber auch Hundehalter zu Wort, die sich über Radfahrer beschwerten, die sich zum Teil „rücksichtslos“ verhalten würden. „Der nächste Radfahrer ohne Klingel oder der erst zwei Meter hinter einem klingelt und so keine Zeit gibt, die angeleinten Hunde kürzer zu nehmen, bekommt von mir einen Tritt“, so eine Dorstenerin.

Eine andere Leserin hatte sich kürzlich so sehr über einen von hinten kommenden Radfahrer erschrocken, dass sie ihn anschließend zur Rede stellte, warum er sich nicht bemerkbar gemacht habe. Die Reaktion schockierte sie: Sie sei als „Spacken“ von ihm beleidigt worden.

Die Stadt kündigte unterdessen an, dass der Kommunale Ordnungsdienst nun verstärkt die Zustände am Lippedamm kontrollieren wird. Zumal laut Angaben der Kreisverwaltung die Lippewiesen Naturschutzgebiet sind, Hunde dort also verboten seien. Und auf dem Lippedamm gilt: Hunde dürfen keine Gefahr für Dritte darstellen, können ihre Halter sie nicht „abrufen“, müssen die Tiere an die Leine. Ansonsten drohen sogar Bußgelder.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein