Hunderte geförderte Schulbusse vom Land NRW warten auf Abnehmer

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Schulbusse in Dorsten und anderswo platzen teils aus allen Nähten. Zugleich nutzt kaum eine Kommune die zusätzlich vom Land zur Verfügung gestellten Busse. Denn die Sache hat einen Haken.

Dorsten

, 26.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz Maskenpflicht bangen Schüler in überfüllten Schulbussen um ihre Gesundheit. Fotos aus einem Bus mit Wulfener Gesamtschülern haben die drangvolle Enge vergangene Woche eindrucksvoll dokumentiert. Anscheinend könne niemand dafür sorgen, dass mehr Busse eingesetzt werden, sagte eine besorgte Schülerin.

Dabei stehen offenbar Hunderte Busse in NRW bereit. Wie die Rheinische Post am Wochenende berichtete, hat die NRW-Landesregierung den Kommunen rund 1000 zusätzliche Schulbusse zur Verfügung gestellt. Das Angebot wird aber kaum genutzt. Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Verbandes Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen, wonach „80 Prozent des Kontingents noch nicht abgerufen“ wurden. Busse bestellt hätten bislang unter anderem der Kreis Borken oder die Stadt Solingen.

Busse gibt‘s genug, aber die Fahrer fehlen

1000 zusätzliche Busse nutzen allerdings auch nichts, wenn niemand da ist, der sie fahren kann. Der Stadt Dorsten liegt die Liste vom NRW-Verband der Omnibusunternehmen vor. Darauf stehen Kontaktdaten von rund 140 Busunternehmen, die Anfang August freie Fahrzeuge gemeldet haben.

„Das Angebot des Landes an die Kommunen, zusätzliche Busse zu fördern, bedeutet nicht, dass Fahrer und Personal gestellt werden oder von den Städten angefordert werden können, sondern lediglich, dass die Kosten dafür übernommen werden“, teilt die Stadtverwaltung mit. Fahrzeuge seien durchaus zu bekommen, „problematisch ist vielmehr der Mangel an Fahrern ausgerechnet während der Hauptverkehrszeit“.

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Die Vestische setzt im Kreisgebiet rund 215 Busse im Schülerverkehr ein, 120 davon sind von Partnerunternehmen angemietet. Bislang wurden für den kreisweiten Schülerverkehr sechs zusätzliche Busse geordert.

Die jüngsten Probleme mit überfüllten Schulbussen führt die Stadtverwaltung darauf zurück, dass einige Schulen mit Anfangs- und Endzeiten für den Unterricht experimentiert hätten, „um richtigerweise bestmögliche Abstands- und Unterrichtsbedingungen zu gewährleisten“. Inzwischen sei alles besser aufeinander abgestimmt und man habe Anpassungen und Entzerrungen erreichen können.

Verkehrszählung an Gesamtschule Wulfen

Weil es dennoch weiter zu vollen Bussen kommen kann, rät die Stadt den Schülern, sich - sofern möglich - gut auf vorhandene Verkehrsangebote zu verteilen, wenn mehrere Fahrmöglichkeiten in kürzerem Takt zur Verfügung stehen.

Eine Verkehrszählung an der Gesamtschule Wulfen am Dienstagmittag (25.8.) hat laut der Vestischen ergeben, dass der am stärksten genutzte Bus 68 Fahrgäste an Bord hatte, bei sechs weiteren Linien habe das Fahrgastaufkommen zwischen 10 und 40 Fahrgästen gelegen. In einem Standard-Bus dürfen bis zu 80 Fahrgäste fahren.

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