Im Ernstfall bekämpft Nebel den Rauch

Neues Brandschutzsystem

Ein neues Brandschutzsystem wurde am Donnerstagmorgen in der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold getestet. Im Ernstfall bekämpft Nebel den Rauch.

Hervest

von Von Berthold Fehmer

, 25.04.2013, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um das neue Brandschutzsystem zu testen, wurde die Lohnhalle mit einer Nebelmaschine eingeräuchert.

Um das neue Brandschutzsystem zu testen, wurde die Lohnhalle mit einer Nebelmaschine eingeräuchert.

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Neues Brandschutzsystem

Mit Nebel Rauch bekämpfen: In der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold wurde ein neues Brandschutzsystem präsentiert.
25.04.2013
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Um das neue Brandschutzsystem zu testen, wurde die Lohnhalle mit einer Nebelmaschine eingeräuchert.© Foto: Berthold Fehmer
Das Phoenix-Brandschutzsystem setzt feine Düsen ein, um Wasser zu vernebeln.© Foto: Berthold Fehmer
An Rohrleitungen an der Wand angebracht, warten die Düsen auf ihren Einsatz.© Foto: Berthold Fehmer
Hans-Jürgen Reitmeyer erklärte den Gästen, unter anderem von der Dorstener Feuerwehr, wie das neue System funktioniert.© Foto: Berthold Fehmer
Der Moment, als die Anlage eingeschaltet wird.© Foto: Berthold Fehmer
Gleichzeitig wird die Nebelmaschine noch einmal angeworfen - bei einem echten Brand würde das Feuer ja auch nicht einfach ausgehen.© Foto: Berthold Fehmer
Wasser- und Disco-Nebel fangen an sich zu mischen.© Foto: Berthold Fehmer
Es ist wesentlich kühler als vorher, dafür kann man kaum noch etwas sehen.© Foto: Berthold Fehmer
Gespannt beobachten die Besucher, wie das System funktioniert.© Foto: Berthold Fehmer
Jetzt beträgt die Sichtweite vielleicht noch zwei, drei Meter.© Foto: Berthold Fehmer
Ein Blick von den oberen Etagen.© Foto: Berthold Fehmer
Langsam legt sich der Wassernebel.© Foto: Berthold Fehmer
Nach mehr als einer halben Stunde ist der Rauch fast verflogen. Rund 40 Liter Wasser wurden verbraucht.© Foto: Berthold Fehmer
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Warum auf ein offenes Feuer beim Testen verzichtet werden konnte, erklärte Stephan Luker von der Firma „Phoenix - Fire Protect Development“: „Die meisten Menschen sterben bei einem Feuer nicht an Verbrennungen. Panik und Rauch sind die Hauptursachen.“ Vor allem um das erste und zweite Obergeschoss der Lohnhalle geht es bei dem Brandschutzsystem. Während unten mehrere Notausgänge vorhanden sind, müssen aus den oberen Etagen alle Personen über die Treppen ungefährdet nach unten geführt werden können.

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Mit Nebel Rauch bekämpfen: In der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold wurde ein neues Brandschutzsystem präsentiert.
25.04.2013
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Um das neue Brandschutzsystem zu testen, wurde die Lohnhalle mit einer Nebelmaschine eingeräuchert.© Foto: Berthold Fehmer
Das Phoenix-Brandschutzsystem setzt feine Düsen ein, um Wasser zu vernebeln.© Foto: Berthold Fehmer
An Rohrleitungen an der Wand angebracht, warten die Düsen auf ihren Einsatz.© Foto: Berthold Fehmer
Hans-Jürgen Reitmeyer erklärte den Gästen, unter anderem von der Dorstener Feuerwehr, wie das neue System funktioniert.© Foto: Berthold Fehmer
Der Moment, als die Anlage eingeschaltet wird.© Foto: Berthold Fehmer
Gleichzeitig wird die Nebelmaschine noch einmal angeworfen - bei einem echten Brand würde das Feuer ja auch nicht einfach ausgehen.© Foto: Berthold Fehmer
Wasser- und Disco-Nebel fangen an sich zu mischen.© Foto: Berthold Fehmer
Es ist wesentlich kühler als vorher, dafür kann man kaum noch etwas sehen.© Foto: Berthold Fehmer
Gespannt beobachten die Besucher, wie das System funktioniert.© Foto: Berthold Fehmer
Jetzt beträgt die Sichtweite vielleicht noch zwei, drei Meter.© Foto: Berthold Fehmer
Ein Blick von den oberen Etagen.© Foto: Berthold Fehmer
Langsam legt sich der Wassernebel.© Foto: Berthold Fehmer
Nach mehr als einer halben Stunde ist der Rauch fast verflogen. Rund 40 Liter Wasser wurden verbraucht.© Foto: Berthold Fehmer
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Dafür wurden auf jeder Ebene dünne Wasserrohre an die Wände montiert, die feine Düsen enthalten. Diese sollen das Wasser vernebeln, wodurch die Raumtemperatur abgekühlt wird. Hans-Jürgen Reitmeyer von der Firma „Terra Protect“, der sich die Vertriebsrechte für die Region gesichert hat, erklärte, dass bei Tests schon Menschen direkt neben einem Brandherd standen, was aufgrund der Hitze ansonsten völlig unmöglich sei. Außerdem werden durch den Wassernebel die Rauchgase gebunden.

Normalerweise würde das System automatisch durch die Rauchentwicklung anspringen, für den Test löste Reitmeyer manuell aus. Kaum zu sehen war, was da aus den Düsen strömte – dass es schlagartig kälter in der Lohnhalle wurde, bemerkten jedoch alle Anwesenden nach Sekunden .Auch der typische Geruch des „Disko“-Nebels war binnen kurzer Zeit verschwunden. Allerdings war auch nach wenigen Sekunden die untere Ebene so vernebelt, dass man teilweise höchstens noch drei, vier Meter weit sehen konnte. Schwer zu glauben, dass bei solchen Verhältnissen und vielen flüchtenden Menschen keine Panik ausbricht. Andreas Kranich, bei der Feuerwehr für vorbeugenden Brandschutz zuständig, betonte, dass das neue System nur in Kombination mit einem Rauchabzug im Rahmen eines Gesamtkonzepts vorstellbar sei. Als der Rauch, beziehungsweise Nebel verflogen war, zeigte sich ein feiner Wasserfilm am Boden. Reitmeyer errechnete, dass man bei knapp 30 Sekunden Laufzeit nur etwa 40 Liter für 326 Quadratmeter verwendet habe (der Tank für das System an der Lohnhalle fasst gerade mal zwei Kubikmeter). Das wassersparende System soll vor allem deshalb besonders geeignet für die Lohnhalle sein, weil bei einer Sprinkleranlage das denkmalgeschützte Gebäude zu sehr angegriffen wird.

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