Im Rathaus gab es keine Hilfe

13.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schermbeck "Ein Unglück kommt selten allein", sagt der Volksmund. Diese Erfahrung mussten einige Anwohner in der Feldmark machen. Nach starken Regenfällen war Wasser in das Haus eines Bewohners der Feldmark eingedrungen. Bei zwei weiteren Familien standen ähnliche Folgen eines Kanalrückstaus unmittelbar bevor.

Mit diesem ersten Schrecken im Nacken suchten die Bürger Rat und Hilfe im Rathaus, doch da begann des Unglücks zweiter Teil. Im Rathaus meldete sich am Freitag um 17 Uhr der Anrufbeantworter. Erst nach mehrminütigen Erklärungen aller Serviceleistungen erhielt die Anruferin zum Schluss die Notrufnummer beim Kreis Wesel mitgeteilt.

Bei der Leitstelle in Wesel gibt es eine Liste mit zehn Handynummern von Schermbecker Teilnehmern, die im Falle einer Notsituation angerufen werden können. Wie die Leitstelle Wesel mitgeteilt hat, konnte keiner der zehn potenziellen Gesprächsteilnehmer in Schermbeck erreicht werden.

In dieser Situation wurde die Schermbecker Feuerwehr alarmiert. Wenig später waren die beiden Löschzüge Schermbeck und Altschermbeck in der Feldmark. Dabei stellte sich heraus, dass die Ursache für den Rückstau offensichtlich eine Verstopfung im Abwasserkanal war. Für solche Probleme ist jedoch nicht die Feuerwehr zuständig, sondern das gemeindliche Ordnungsamt.

Dort war allerdings niemand erreicht worden. Wie eine betroffene Anwohnerin der Dorstener Zeitung mitteilte, wurde ein Verwaltungsbeamter zu Hause angerufen, der habe versprochen zu helfen, sei jedoch am Abend nicht in der Feldmark erschienen.

Erst mehrere Tage später sei ein anderer Beamter zu Beratungsgesprächen gekommen und habe unter anderem den Einbau von Rückstauklappen empfohlen. Die meisten Bürger in der Feldmark sind mit einem blauen Auge davongekommen. Aber sie sorgen sich um die grundsätzliche Problematik des Kanalrückstaus. H.Sch.

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