Immer wieder ohne Führerschein unterwegs: Dorstener (43) muss ins Gefängnis

rnLandgericht Essen

Nach drei Pkw-Einkaufsfahrten trotz fehlenden Führerscheins muss ein Bauarbeiter aus Dorsten jetzt für mehrere Monate ins Gefängnis. Das ergab am Montag ein Prozess am Essener Landgericht.

Dorsten

, 15.04.2019, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach einer erfolglosen Berufungsverhandlung steht die Strafe für einen 43-jährigen Dorstener, der trotz fehlender Fahrerlaubnis dreimal mit einem Pkw erwischt worden war, jetzt wohl endgültig fest: sechs Monate Haft ohne Bewährung. Hinzu kommt ein weiteres Jahr Gefängnis wegen Beleidigung.

Drei Autofahrten - jedesmal ohne Führerschein

Der vielfach vorbestrafte Angeklagte war zwischen Juni und Dezember 2017 dreimal von der Polizei angehalten worden. Einmal in Duisburg, zweimal in Marl – jedes Mal ohne Führerschein. Das gab der 43-Jährige vor Gericht auch sofort zu.

Der Mann hatte damals noch in einem gemeinsamen Haushalt mit seiner Mutter gewohnt. „Meine Mutter hat häufiger zu mir gesagt, fahr‘ doch mal einkaufen und hol mal eine Kiste Wasser“, sagte der Dorstener. Und das, obwohl seine Mutter genau gewusst habe, dass er gar keine Fahrerlaubnis hat.

Seit April in Haft

Fakt ist: Seit Anfang April sitzt der Dorstener bereits in Haft wegen einer Verurteilung aus dem Jahr 2014. Diese zunächst als Bewährungs-Haftstrafe von einem Jahr ausgesprochene Strafe, war in Anschluss an das gleichlautende Geständnis des 43-Jährigen bereits im erstinstanzlichen Prozess um die Autofahrten (Urteil am 20. April 2018: sechs Monate Haft ohne Bewährung) widerrufen worden.

Die Hoffnungen des Dorsteners und seines Verteidigers Tim F. Schubert (Marl), angesichts der aktuellen Haftsituation auf eine weitere Aufstockung des ohnehin bevorstehenden, einen Jahres Gefängnis zu verzichten, erfüllten sich vor der Essener Berufungskammer jedoch nicht.

Die Richter gaben dem Wunsch, die sechsmonatige Führerscheinstrafe doch noch einmal zur Bewährung auszusetzen, nicht nach. Richterin Annette Rabe: „Es bleibt bei dem ersten Urteil. Wir meinen, dass diese Entscheidung auch heute noch richtig ist.“ Der 43-Jährige sei nicht nur mit insgesamt 15 Eintragungen im Strafregister erheblich vorbelastet. Ausschlaggebend sei letztlich vor allem gewesen, dass er bei allen Autofahrten unter laufender Bewährung gestanden habe.

Der 43-Jährige muss somit nicht nur die Beleidigungs-Strafe, sondern auch die Fahrerlaubnis-Strafe (also insgesamt 18 Monate Haft) absitzen. Er kann nun allenfalls auf eine vorzeitige Haftentlassung nach der „2/3-Regelung“ hoffen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt