In den Schützenvereinen bekommen die Könige finanzielle Unterstützung

Teure Ehre

Die Ehre, Schützenkönig zu sein, kann mitunter teuer werden. Deswegen haben die Dorstener Vereine unterschiedliche Lösungsmodelle entwickelt, damit ihnen die Anwärter nicht ausgehen.

Dorsten

von Von Michael Klein

, 13.05.2013, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch bei den Altstadtschützen werde eine solche Geschichte wie in Altendorf gerade diskutiert, so Altstadt-Mitglied Hendrik Schulze-Oechtering. Eine Regentschaft kann für König und auch für die Königin den Gegenwert eines Gebrauchtwagens ausmachen. Gerade bei kleinen Vereinen kann dies schnell dazu führen, dass sich keine Anwärter auf den Schützenthron finden. „Ich manchen Jahren haben wir echte Probleme gehabt“, so Paul Schürmann von den Marienschützen, die in der vergangenen Woche ihr Schützenfest begangen haben. „Gott sei Dank gab es aber diesmal gleich zwei ernsthafte Anwärter.“ Da der Schützenverein St. Marien gemeinnützig ist, darf er seinen Regenten als Verein kein Geld geben. „Wir regeln das so, dass Schützen einen privaten Obolus geben, wenn sie das Königspaar bei offiziellen Terminen begleiten, zum Beispiel Pfingsten beim Besuch des Schützenfests in Holsterhausen“, sagt Paul Schürmann: „Wir haben aber vergleichsweise geringe Kosten bei uns.“ Hendrik Schulze-Oechtering hat es nach eigenen Angaben noch nicht erlebt, dass in Dorsten ein Schießen auf der Kippe stand, weil sich keine Anwärter auf den Königsthron gefunden haben. „Und sollte es mal zu dem Punkt kommen, dann müssen die Offiziere antreten, um den König unter sich auszumachen.“ Auch Paul Schürmann bestätigt: „Es ist noch kein Vogel oben geblieben.“

Und das werde auch künftig so sein, auch wenn sich die Zahl der Aspiranten um so mehr verringert, je näher das Schützenfest kommt. „Nach einem Schützenfest hat man immer eine Busladung voll, kurz vorher ist es dann nur noch eine Schubkarre“, so Paul Schürmann. Würde sich die Situation vielleicht entspannen, wenn die Schützen auch Frauen das Schießen an der Vogelstange erlauben würden? Hendrik Schulze-Oechtering: „Aus meiner Sicht gibt es dazu ein ganz klares Nein.“ Das habe nichts mit „Macho-Gehabe“ zu tun, versichert er. „Frauen sind ja bei uns mehr als nur schmückendes Beiwerk.“ Die Dorstener Schützen aber feiern das historische Schützenfest in Gedenken an alte Traditionen, so der Schützensprecher. Und das machten bekanntlich schon immer nur Schützenbrüder unter sich aus.

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