Individueller Fehler führte zu Gas-Alarm in Rhade

rnMoerser Straße

Ein Fehler des Baggerfahrers habe zum Gasleck an der Moerser Straße geführt, sagt die Deutsche Glasfaser. Doch immer wieder kommt es bei Glasfaser-Arbeiten zu brenzligen Situationen.

Dorsten

, 18.07.2019, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als am Mittwoch wegen einer beschädigten Gasleitung in Rhade die Anwohner rund um die Moerser Straße evakuiert wurden, weckte dies Erinnerungen an den dreifachen Gasalarm in Östrich vor weniger als einem Jahr. Denn erneut war die Deutsche Glasfaser als Auftraggeber der Bauarbeiten für eine Glasfaserleitung beteiligt.

Keine fehlerhaften Angaben

Angesichts des explosiven Risikos war ein Großaufgebot der Feuerwehr im Einsatz. Sie sicherte die Arbeiten und hielt die Stelle nass, um einer Explosion durch Funkenflug vorzubeugen. Doch warum gibt es immer wieder beschädigte Gasleitungen? Schließlich erhält die Baufirma die Leitungsnetzpläne von Stadt und Netzbetreibern.

Gelegentlich enthalten diese fehlerhafte Angaben über die Lage der Leitungen. Dies war in diesem Fall jedoch nicht das Problem, wie Dennis Slobodian, Sprecher der Deutschen Glasfaser, betont: „Alles steht korrekt im Planverzeichnis.“ Stattdessen habe ein „individueller Fehler“ des Baggerfahrers zu dem Gasleck geführt.

Bei den Vorfällen in Östrich im vergangenen August hatten die Mitarbeiter der Baufirma keine Probeschachtungen durchgeführt und damit die Anweisungen laut Slobodian „eigenmächtig missachtet“, worauf die Beteiligten von der Baustelle entfernt worden seien.

Eigentümer wies auf seinen Hausanschluss hin

In Rhade ist nun ein anderes Subunternehmen mit dem Tiefbau beauftragt. Eine Probeschachtung sei im Beisein von Mitarbeitern der Stadt erfolgt. Dies allerdings nur an der Hauptleitung. Beschädigt worden sei aber eine davon abzweigende Hausleitung.

„In diesem konkrteten Fall hatte bei der Vorbegehung mit der Stadt Dorsten und den anderen Leitungsbetreibern der Hauseigentümer sogar noch darauf hingewiesen, dass in diesem Bereich sein Hausanschluss verläuft“, berichtet Stadt-Pressesprecher Ludger Böhne. „Auch die Plakette zum Hausanschluss war gut sichtbar angebracht.“

Fahrlässig habe der Baggerfahrer aber nicht gehandelt, meint Slobodian. Eine Ausschachtung von Hand sei nicht vorgesehen gewesen. Allerdings habe man „ungünstige Bodenverhältnisse“ vorgefunden, so der Unternehmenssprecher. In 40 Zentimetern Tiefe sollte das Glasfaserkabel verlegt werden, in 60 Zentimetern Tiefe befindet sich die Gasleitung. Durch Hochofenschlacke sei der Boden an dieser Stelle hoch verfestigt. „Da muss man mit der Schaufel tiefer gehen.“

Handschachtung ist in der Nähe der Leitung Pflicht

Allerdings besser nicht mit der Baggerschaufel. „Der Einsatz eines Baggers ist bei Tiefbauarbeiten zulässig, wenn [...] in ausreichendem Abstand zu Ver- und Entsorgungsleitungen gebaggert wird“, so Stadt-Sprecher Böhne. „In unmittelbarer Nähe zu Ver- und Entsorgungsleitungen besteht immer die Pflicht zur Handschachtung.“

Nach den Vorfällen in Östrich hatte die Stadt das Gespräch mit der Deutschen Glasfaser gesucht, um weiteren Schadensfällen vorzubeugen - und dabei auch eine stärkere Kontrolle der Tiefbaufirmen durch die Deutsche Glasfaser eingefordert.

Insgesamt sei alles korrekt, aber unglücklich gelaufen, urteilt Dennis Slobodian. Auch der Bauleiter sei „in der Nähe“ gewesen. „Als Direktmaßnahme werden nun noch einmal alle Kolonnen für das Thema sensibilisiert.“

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