Injoy-Mitglieder zahlen weniger und bekommen Corona-Zinsen

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Fitnessstudios sind wegen der Corona-Krise geschlossen. Das Injoy hat sich in der Corona-Krise zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, um Mitglieder bei der Stange zu halten.

Dorsten

, 16.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Corona-Virus richtet große Schäden an. Nicht nur medizinisch betrachtet. Für den Dorstener Injoy-Geschäftsführer Paul Underberg handelt es sich auch um ein „ökonomisches Virus mit dem Faktor Zeit als unberechenbare Größe obendrauf“. Denn alle Fitnessstudios sind seit Wochen geschlossen.

Underberg hat nun ein „bankgesichertes Konzept“, wie er sagt, entwickelt, das nicht nur seinem Studio an der Borkener Straße, sondern auch den etwa 3800 Mitgliedern und Neueinsteigern helfen soll, finanziell gut durch die Corona-Krise zu kommen. „Es gibt nämlich auch eine Zeit danach, ganz sicher.“

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Der Geschäftsführer hat seinen Mitgliedern aus Dorsten und Umgebung nun geschrieben, dass sie während der Corona-Krise einen monatlichen Beitrag von 20 Euro bezahlen sollen. Die individuelle Restsumme, beispielsweise 30 Euro pro Monat, wird erst bezahlt, wenn der Trainingsbetrieb an der Borkener Straße wieder aufgenommen werden kann.

Das Geld ist „banksicher angelegt“

Die Injoy-Kunden zahlen also nur für die Zeit, in der sie vor Ort trainieren können, geben allerdings einen Vorschuss. Dafür erhalten sie auf die Anzahlung später sechs Prozent Zinsen (1,20 Euro) als Bonus. Underberg versichert, dass das Geld „banksicher angelegt“ sei und damit „die hohen fünfstelligen Kosten pro Monat im Unternehmen abgefedert werden“.

Injoy-Geschäftsführer Paul Underberg

Injoy-Geschäftsführer Paul Underberg hofft, mit seinem Unternehmen gut durch die Corona-Krise zu kommen. © privat

Sein Konzept hat der Schermbecker auch anderen Studiobetreibern der Injoy-Kette in Deutschland und Österreich in Video-Konferenzen vorgestellt und nach eigenen Angaben viel Zustimmung erhalten. Von einer „Win-Win-Situation“ war dort die Rede.

Teilnahme am Zins-Konzept ist freiwillig

Allerdings gilt in Dorsten: Wer das nicht möchte, kann alternativ auch seinen Mitgliedsbeitrag aussetzen oder auch normal weiterzahlen und später - wie der Gesetzgeber es vorsieht - dafür Gutschriften erhalten. „Dazu gibt es auch telefonische Hotline-Zeiten“, so Underberg.

Aktuell bietet Injoy seinen Mitgliedern täglich Live-Übertragungen über Facebook, Instagram und über die Homepage zum Mitmachen an und schenkt seinen Mitgliedern spezielle Gummibänder („Tubes“) als „Heimtrainingsgerät“ zu weiteren Trainingsvideos. Die Mitglieder und alle anderen, die es wollen, können dann auf über 800 Trainings-Videos zugreifen.

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