Innogy erhöht die Strompreise in Dorsten deutlich

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Der Energieversorger Innogy erhöht zum 1. März die Strompreise in Dorsten deutlich. Was ein „Durchschnittshaushalt“ künftig zahlen muss und was die Kunden tun können - eine Übersicht.

Dorsten

, 19.01.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Brief ihres Energieversorgers hatten die Dorstener Innogy-Kunden in dieser Woche im Briefkasten. Das Unternehmen erklärt darin, warum erstmals seit 2015 die Strompreise in Dorsten wieder erhöht werden müssen.

„Viele Faktoren können wir nicht beeinflussen“

Von „Veränderungen im Energiemarkt“ ist in dem Schreiben unter anderem die Rede. „Neben der Erhöhung der verbrauchsabhängigen Netzentgelte sind die Kosten für Energiebeschaffung, Vertrieb und Kundenservice gestiegen.“

Steuer, Umlagen und Abgaben haben sich ebenfalls erhöht. Innogy-Sprecher Klaus Schultebraucks sagte auf Anfrage: „Das macht mehr als die Hälfte des Strompreises aus. Viele Faktoren können wir nicht beeinflussen.“

Natürlich betont Schultebraucks auch, dass Innogy seit sieben Jahren (im Brief ist von fünf Jahren die Rede) den Strompreis nicht erhöht und zwischenzeitlich sogar einmal gesenkt habe. Trotzdem werden viele Kunden die neue Preisgestaltung als „happig“ empfinden.

Das zahlt ein „Durchschnittshaushalt“ künftig

Ein „Durchschnittshaushalt“ in Dorsten mit drei Personen, der im Jahr 2500 Kilowattstunden Strom verbraucht, zahlt nämlich nach Berechnungen von Innogy ab März 7 Euro mehr - pro Monat. Im Jahr sind das also 84 Euro.

Mit der neuen Preispolitik ist Innogy indes nicht alleine. Viele Energieversorger im Land erhöhen zum 1. März die Stromkosten - oder haben dies bereits zum Jahreswechsel gemacht. Das Statistische Bundesamt hat Ende des letzten Jahres die Preise für Haushaltsstrom in Europa verglichen. Das Ergebnis: In Deutschland, Dänemark und Belgien sind sie am höchsten.

Das Statistische Bundesamt hat die Preise für Haushaltsstrom in Europa verglichen. Je dunkler die Farbe, desto höher die Kosten.

Das Statistische Bundesamt hat die Preise für Haushaltsstrom in Europa verglichen. Je dunkler die Farbe, desto höher die Kosten. © dpa

Wenn Strompreise erhöht werden, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht bis zu dem Tag, an dem die Preiserhöhung in Kraft tritt. Preisvergleiche sind im Internet möglich, unter anderem bei Verivox und Check24. Über den Wechsel des Anbieters informiert auch die Verbraucherzentrale Dorsten auf ihrer Homepage oder in einem persönlichen Gespräch. „Die Beratung ist kostenlos, aber man sollte einen Termin vereinbaren“, rät Leiterin Ruth Pettenpohl.

Eine Strompreiserhöhung ist für viele Menschen ein Ärgernis, aber gleichzeitig auch eine gute Gelegenheit, seine Kosten auf den Prüfstand zu stellen. Auch zu diesem Thema hält die Verbraucherzentrale umfangreiches Informationsmaterial bereit.

Verbraucherzentrale Dorsten, Julius-Ambrunn-Straße 10, Tel. (02362) 78752. Öffnungszeiten: montags und donnerstags von 10 bis 14 und 15 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr. Dienstags ist die Beratungsstelle geschlossen.
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