Insolvente Unternehmensgruppe Keller: Mitarbeiter-Suche als „Signal, dass es weitergeht“

rnFamilie Keller

Die Suche nach Investoren für die insolvente Unternehmensgruppe Alten- und Pflegeheime Familie Keller beginnt in diesen Tagen. In den Dorstener Einrichtungen läuft der Betrieb weiter.

Dorsten

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Geschäftsbetrieb in den von der insolventen Alten- und Pflegeheime Familie Keller GmbH betriebenen Dorstener Seniorenheimen „Haus am Kamin“ und „Haus Keller“ läuft weiter. Das teilte Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Rolf Weidmann, auf Nachfrage mit.

Die 47 Beschäftigten im Haus am Kamin und die 24 Beschäftigen im Haus Keller erhalten ihr Gehalt demnach bis Ende Juni als Insolvenzgeld und „anschließend wieder vom Unternehmen selbst“, so Schulz. Kündigungen sind Stand jetzt nicht geplant. Im Gegenteil: „Trotz Insolvenzbetriebs werden weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Alten- und Pflegebereich gesucht.“ Das sei „ein Signal, dass es weitergeht“.

Neues Gesetz hat Kalkulation überstrapaziert

Die Familie Keller betreibt neben den beiden Dorstener Seniorenheimen auch Einrichtungen in Kalkar, Raesfeld, Keeken und Monreberg. Geschäftsführerin Uta Keller hatte im März erklärt, dass personelle und leistungsrechtliche Anforderungen des seit dem 1. August 2018 geltenden Wohn- und Teilhabegesetzes (WTG) des Landes Nordrhein-Westfalen die wirtschaftliche Kalkulation der Unternehmensgruppe überstrapaziert hätten (DZ+).

Der Hotelbetrieb in der Raesfelder Einrichtung „Landhaus Keller“, einem Pflegeheim mit Hotel, wird demnächst eingestellt (DZ+). Mit den sechs davon betroffenen Mitarbeitern werde in den nächsten Tagen gesprochen, „ob sie im Pflegebereich oder anderswo im Altenheim arbeiten können“, so Schulz. Die Seniorenresidenz in Raesfeld werde fortgeführt.

Raesfeld sichert sich Vorkaufsrecht. Und Dorsten?

Die Gemeinde Raesfeld hat sich im Mai ein Vorkaufsrecht für das Landhaus Keller gesichert, weil das Areal eine „besondere städtebauliche Bedeutung für die Gemeinde“ habe, wie es seinerzeit im Rat hieß. Mit der Vorkaufsrechtssatzung nach Paragraf 25 erhält die Gemeinde die Möglichkeit, bei einem eventuellen Verkauf zu Marktpreisen Gebäude und Grundstück zu erwerben.

Ob sich die Stadt Dorsten ebenfalls ein solches Vorkaufsrecht für die Dorstener Immobilien der Familie Keller gesichert hat, ist offen. Die Verwaltung wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Zahlen, Daten und Fakten zu allen Häusern seien jetzt so aufbereitet, dass potenzielle Investoren „einheitlich strukturierte Angebote abgeben können“, sagte Schulz. „Der Investorenprozess beginnt in diesen Tagen.“

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