Instinkt führt nach Wulfen

Wulfen/Gahlen «Mieze» ist wieder unterwegs. Tierfreunde werden gebeten, zwischen Gahlen und Wulfen nach der 17-jährigen Katze Ausschau zu halten, die ihren Ruf als «Ausbrecherkönig» jetzt nochmals untermauert hat.

10.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Katzen sind äußerst standorttreu und «heimatverbunden». Und sie verfügen über einen ausgezeichneten Orientierungssinn, einen inneren Kompass, fast wie Brieftauben.

«Mieze» zeichnen beide Eigenschaften in besonderem Maße aus. Sie hat als ihre Heimat den ausgebauten Dachboden einer Scheune ins Herz geschlossen, wo Pamela Habermehl in Wulfen jahrelang Tiere beherbergte, die ihr altes Zuhause verloren hatten, aber gewohnt waren, draußen zu leben.

Loch im Zaun

Im September 2006 stand jedoch ein Umzug an. Das neue Domizil in Reken, ein Hof an der Grenze zu Gescher/Hochmoor, war vorsorglich mit einem großen, eingezäunten Gehege ausgestattet worden, damit die insgesamt sieben Katzen sich in den ersten sechs Wochen an die fremde Umgebung gewöhnen konnten.

So war es gedacht. Doch bereits in der ersten Nacht biss Mieze ein Loch in den Zaun und verschwand zunächst spurlos. Die Bestürzung war groß, Suchaktionen vergebens. Umso größer dann die Freude, als Mieze vier Wochen später unversehrt und munter in ihrer alten Bleibe, dem Scheunen-Dachboden in Wulfen, entdeckt wurde. Der erfahrene Veteran war offensichtlich mehr als 30 km über Stock und Stein (und viele verkehrsreiche Straßen) allen Gefahren aus dem Weg gegangen und hatte sich unterwegs selbst versorgt.

Ein halbes Jahr durfte Mieze nun in ihrer vertrauten Umgebung bleiben - bis jetzt wegen des Baustarts der neuen Eigentümer ein weiterer Umzug unumgänglich wurde.

Diesmal ging es nach Gahlen, wo Doris Knipping seit Jahren ein großes Herz für kleine Tiere hat und ihnen auf ihrem Hof am Janbrucksfeld ein artgerechtes Zuhause bietet. Auch hier gab es ein schönes Katzen-Gehege zum Akklimatisieren, das sich bisher als ausbruchsicher bewährt hatte.

Viele Hindernisse

Mieze brauchte jedoch nur vier Tage, dann hatte sie sich ein Schlupfloch geschaffen. Seit Freitag (7.7.) ist sie vermutlich erneut auf dem Weg nach Wulfen. Nur muss sie diesmal neben der Autobahn und vielen Straßen auch noch Kanal und Lippe überqueren. Pamela Habermehl fragt nun: «Wer hat den Ausreißer gesehen oder vielleicht gefüttert? Wer hat am Kanalufer eine Katze beobachtet? Und selbst, falls es ein schlimmes Ende genommen hat: Wer hat am Straßenrand eine überfahrene, graugetigerte Katze gesehen?» Selbst traurige Gewissheit ist besser als dauernde Sorge.

Hinweise erbeten

Aber noch besteht Hoffnung, dass Mieze auch diesmal wieder sehr vorsichtig ist und vielleicht erneut den Heimweg zu den Buchenhöfen nach Wulfen findet. kdk

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