Japan und Bolivien - So gefällt Austauschschülerinnen das Leben in Dorsten

rnSchüler-Austausch

Verschiedene Nationalitäten, verschiedene Kulturen. Beim Schüleraustausch prallen oft unterschiedliche Welten aufeinander. Diese Schülerinnen haben sich in Dorsten jedoch gut eingelebt.

Dorsten

, 29.12.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Welt entdecken will, aber noch zu jung ist, um die Welt allein zu bereisen, der braucht ein wenig Unterstützung. Diese gibt der Verein AFS Interkulturelle Begegnungen. Er vermittelt weltweit Kontakte zu Gastfamilien.

Doch ganz so leicht ist es oft doch nicht. Denn Gastfamilien sind rar gesät. Valeria (16) aus Bolivien und Honoka (16) aus Japan hatten Glück, sie haben in Dorsten ihre Familien gefunden, die bereit waren, sie für zehn Monate aufzunehmen. Valeria lebt seit September bei Petra (52) und Stefan (52) Scholten. Für die Eheleute ist es bereits das zweite Gastkind.

Immer wieder Gastfamilie

„Wir hatten bereits Arnoud aus Kanada bei uns und später waren wir dann auch zu Besuch“, erzählt Petra Scholten. Das sei eine tolle Erfahrung gewesen. Auf die Idee gekommen, ein Gastkind aufzunehmen, sind sie durch die eigene Nichte. Sie hat selbst am Programm teilgenommen und ihrer Tante immer wieder gut zugeredet.

Petra Scholten ist vom AFS überzeugt: „Gastkinder aufzunehmen, dient dem Weltfrieden, denn so lernen junge Menschen, mit anderen Kulturen umzugehen und miteinander zu leben.“ Auch für die Gasteltern sei es eine tolle Erfahrung, denn auch sie lernen so dazu. Eigene Kinder, die an dem Programm teilnehmen, sind dafür keine Voraussetzung.

Gastschülerinnen sind in Dorsten angekommen

Valeria und Honoka sind in ihrem „deutschen Leben“ in Dorsten gut angekommen. Sie gehen hier zur Schule, sie sprechen beide schon gut Deutsch und haben bereits viele Freunde gefunden. Valeria geht zur St.-Ursula-Realschule und Honoka geht auf das Gymnasium St. Ursula. Für Honoka ist die Schulzeit in Dorsten deutlich leichter als zu Hause in Japan. Dort geht sie in die elfte Klasse, in Dorsten in die neunte.

In Bolivien ist es einfach zu gefährlich

Für Valeria ist es das Schönste, dass sie einfach so in die Stadt in Dorsten gehen kann. Und das ganz allein, ohne ihre Eltern. Für die Bolivianerin wäre das in ihrer Heimatstadt Sucre ganz und gar undenkbar. „Dort ist es einfach gefährlicher“, sagt sie. Die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens hat viele Salzseen und ist bekannt für die größte Ansammlung von Dinosaurier-Fußabdrücken.

Japan und Bolivien - So gefällt Austauschschülerinnen das Leben in Dorsten

Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff empfing die Austauschschüler - insgesamt sind es vier in Dorsten - aus Japan, Bolivien, Brasilien und Rumänien im Rathaus. Im Bild (v.l.): Honoka Nishi, Jhosseline Valeria Rojas Martinez, Petra Scholten, Luciana Ignat, Frank Pawellek, Ulli Hellmann, Silke von Meegdenburg und Artur de Abreu. © Stadt Dorsten

Oft geht die 16-Jährige allein in die Dorstener City und bummelt gemütlich durch die Geschäfte. Hier hat sie keine Angst. „Auf dem Fußweg dorthin bestaunt sie alle Gebäude, denn sie interessiert sich für die Architektur“, erzählt ihre Gastmutter.

Nur die Straßen kommen Valeria ein wenig leerer vor als zu Hause.

„Hier gibt es fast keine Katzen und Hunde auf der Straße“, sagt sie. Das vermisse sie ein wenig. Ab und zu bekommt sie trotz allem auch ein bisschen Heimweh, dann telefoniert sie mit ihrer Familie und schon geht es ihr wieder besser.

Dorsten hat viel zu bieten

Valeria geht nach der Schule oft zu Ten Sing Gahlen, also „Teenager are singing“. Jugendliche stellen dabei eine eigene Show auf die Beine. Dazu gehört ein Minichor, auch daran nimmt Valeria gerne teil. Bald möchte sie auch noch zum Zumba gehen. Außerdem mag sie die vielen Bäume in Dorsten. Ein absolutes Highlight für die 16-Jährige war das Oktoberfest. „Ich hatte ein sehr schönes Dirndl an“, erzählt sie und grinst. Auch Honoka gefällt es in Dorsten. „Dorsten ist klein, aber hier gibt es viele kleine Partys“, sagt die Japanerin. Außerdem geht sie regelmäßig zum Taekwando.

Ausflüge sind schön, aber es gibt auch Alltag

Petra und Stefan Scholten unternehmen regelmäßig Ausflüge mit Valeria. „Wir haben schon ein paar Fußballstadien besucht und waren auf Weihnachtsmärkten, aber wir planen nicht alles voll, denn sie soll ja auch den normalen Alltag in Deutschland erleben“, sagt die 52-Jährige.

AFS Interkulturelle Begegnungen

Kontakt

Wer ein Gastkind aufnehmen möchte, kann sich bei Andrea Große-Brinkhaus, Tel. (0178) 1685979 melden, oder sich an den Verein AFS Interkulturelle Begegnungen in der Friedensallee 48 in 22765 Hamburg, Tel. (040) 399222 0, E-Mail: info@afs.de wenden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage.
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