Jobsuche mit dem Navi

"Geocaching"

Wer Hauptschüler nach ihren Berufswünschen fragt, bekommt meistens diesen Satz zu hören: "irgendetwas mit Kfz." Das will die Agentur für Arbeit ändern. Sie möchte die Jugendlichen für andere Arbeitsszweige begeistern - und greift dabei auf ungewöhnliche Hilfsmittel zurück: Mini-Navigationsgeräte

von Von Iris Schmellenkamp

, 18.05.2011, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nils Brosowski, Elvedin Ramic und Amin Omuri (von rechts) lassen sich von Klaus Pidun (ganz links) erklären, wie ein neues Sesselmodell entwickelt wird.

Nils Brosowski, Elvedin Ramic und Amin Omuri (von rechts) lassen sich von Klaus Pidun (ganz links) erklären, wie ein neues Sesselmodell entwickelt wird.

Begleitet werden sie von Edgar Bramkamp, Berufseinstiegsbegleiter an der Schule. Er weiß um die Vermittlungsschwierigkeiten der Hauptschüler. Schlechte Noten oder viele Fehlstunden verhagelten den Start ins Berufsleben. Umso wichtiger findet es der Begleiter, den Jugendlichen ganz verschiedene Ausbildungsberufe zu präsentieren. „Die meisten Jungs wollen doch immer nur was mit Kfz. Es ist schwer, in Zehnerklassen Leute mit einem handwerklichen Berufswunsch zu finden“, sagt Bramkamp.

Amin Omuri ist einer von denen, die etwas Technisches machen wollen. Sein Traumjob ist Industriemechaniker. Er hat schon um die 50 Bewerbungen geschrieben, hat mehrere Bewerbungsgespräche und Einstellungstests hinter sich gebracht. Bei einem Test waren 60 Bewerber eingeladen worden – für eine Stelle. „Da hab ich auch gelacht“, sagt der 18-Jährige. Inzwischen kam die Absage.

Bei Polster Engel werden die Schüler vom stellvertretenden Betriebsleiter Klaus Pidun durch die verschiedenen Hallen geführt. Sie lernen, in welche Phasen die Möbelherstellung aufgeteilt ist: Vorfertigung der Holzteile in der Schreinerei, Zuschnitt der Polsterstoffe, Montage, Lackierung. Beim Dorstener Möbelfabrikant arbeiten etwa 30 Beschäftigte. Ein Standbein ist die Produktion neuer Möbel, ein anderer die Aufarbeitung alter. Die billige Konkurrenz kommt aus Asien.

 Ein Grund mehr, qualifizierte Nachwuchskräfte zu finden. „Für unseren Beruf muss man alle sieben Sinne beisammen haben“, sagt Polstermeister Franz-Josef Sprenger. Einen Polster-Azubi sucht der Betrieb derzeit. Amin Omuri gibt zwar noch seine Bewerbung ab, zieht aber nach der ersten Station die Bilanz: „Das ist nicht so meine Richtung.“ Womöglich ist bei den nächsten zwei Zielpunkten, Sanitär und Wasser Pasterkamp und Autohaus Lüning, etwas dabei. 

Lesen Sie jetzt