Jugendherberge wird erst am Freitag (9.10.) bezogen

Notunterkunft

Die Jugendherberge in Dorsten-Lembeck wird voraussichtlich erst am Freitag (9. Oktober) mit Flüchtlingen belegt. Das teilte die Bezirksregierung Arnsberg auf Anfrage mit. In der Jugendherberge ist Platz für 104 Neuaufnahmen.

Dorsten

, 06.10.2015, 11:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jugendherberge wird erst am Freitag (9.10.) bezogen

Die Jugendherberge Lembeck: Zum 9. Oktober wird hier über die Wintermonate eine Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet.

Ursprünglich sollte sie am heutigen Dienstag (6. Oktober) schon als Sammelunterkunft dienen. Doch freigegeben werden die Räumlichkeiten erst, wenn alle Voraussetzungen geschaffen sind. European Homecare (EHC)  wird die Unterkunft betreiben. Darüber zeigten sich Lembecker in einer Bürgerversammlung besorgt. 

Mit dem Sicherheitsservice in Lembeck habe seine Firma indes nichts zu tun: „Der wird von der Bezirksregierung veranlasst.“ Diese Aussage überrascht Ralf Ciekanowski, Pressestelle der Bezirksregierung Arnsberg, sehr: „Die Sicherheitsleistung haben wir neben der Betreuungsleistung bei EHC komplett mit eingekauft.“ Womöglich habe Kocks wegen der Vielzahl der Aufträge an seine Firma die Einzelheiten nicht detailliert im Blick, mutmaßt Ciekanowski.

Stadt bleibt außen vor

Die Stadt Dorsten bleibt bei diesen speziellen Fragen zur Notunterkunft außen vor: „Wir haben auf Personal und Wachdienst keinen Einfluss und können nur reagieren, wenn etwas nicht rund läuft“, so Bürgermeister Tobias Stockhoff. Wegen der Abwesenheit von EHC-Vertretern und Mitarbeitern der Bezirksregierung Arnsberg reagierten die Lembecker Dienstagabend enttäuscht, da sie sich Auskünfte aus erster Hand erhofft hatten. „Wir sollten aber abwarten, wie sich die Zusammenarbeit entwickelt“, empfahl ihnen Stockhoff.

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Die Betreuung der Flüchtlinge hat die Bezirksregierung Arnsberg in einem „Acht-Punkte-Plan“ festgeschrieben. „In den Notunterkünften gelten Mindeststandards“, so Ciekanowski.

Ein Bett, ein Dach, Mahlzeiten

Notunterkünfte beinhalten laut seiner Auskunft „ein Bett, ein Dach über dem Kopf, geregelte Mahlzeiten sowie die Begleitung bei den Registrierungen“. „Der Aufenthalt in diesen Häusern sei sehr kurz. „Viele Flüchtlinge halten sich bei uns zunächst als illegale Einwanderer auf. Das Land hat nun zwei weitere Registrierungsstellen mit 3100 Mitarbeitern eingerichtet, sodass wir die Neuzugänge jetzt schneller erfassen können“, sagt Ciekanowski. So werden sich maximal 104 Flüchtlinge nur vom Tag ihrer Einreise bis zu ihrer Registrierung in der Notunterkunft in Lembeck aufhalten. „Danach werden sie anderen Unterkünften zugewiesen“, schildert er das Prozedere.

"Interkulturelle Kompetenz"

EHC muss vor der Inbetriebnahme der Jugendherberge Lembeck als Notunterkunft eine Liste mit Mitarbeitern und deren Referenzen vorlegen. Laut Prof. Klaus Kocks sei insbesondere „interkulturelle Kompetenz“ der Mitwirkenden gefragt. „Wir haben über Jobcenter und Stellenausschreibungen nun Migranten der zweiten Generation und anerkannte Asylbewerber als Helfer gewinnen können.“ Dabei sei natürlich auch die sprachliche Eignung der Bewerber ein Kriterium, so Kocks. Aussagen, wie viele Leute EHC in Lembeck beschäftigen wird, verweigerte Kocks strikt: „Dazu nehmen wir nicht Stellung.“

Und auch die Bezirksregierung Arnsberg verweist auf Allgemeinplätze: „In der Einrichtung werden während des Vertragszeitraums verschiedene Akteure tätig sein: Personal der Jugendherbergsverbände, Betreuungsverbände, Sicherheitsdienste und Mitarbeiter der Bezirksregierung. Das Personal der Jugendherbergen übernimmt dabei die Verpflegung der Asylbewerber sowie die Bereitstellung der Zimmer und trägt die Instandhaltungs- und Instandsetzungspflicht innerhalb und außerhalb der Einrichtung.“

Die Nachfrage der Lembecker Mitbürger, ob sie als ehrenamtliche Helfer aktiv werden können, begrüßen sowohl EHC als auch Bezirksregierung. Allerdings: „Die Interessenten müssen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis bei uns vorlegen.“

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