Kaputte Schulmöbel in Dorsten: Die SPD möchte mehr Geld auf den Tisch legen

rnSchulen in Dorsten

Zwei Stühle sind unter Lehrern der Gesamtschule Wulfen zusammengebrochen. Das könnte den städtischen Haushalt belasten.

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 20.11.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einer Konferenz in der Gesamtschule gingen zwei Stühle unter Lehrern zu Bruch. Das Mobiliar der Gesamtschule ist, wie in anderen Dorstener Schulen auch, in die Jahre gekommen. Die SPD-Ratsfraktion möchte nach dem Stuhlunfall in Wulfen mehr Geld für die Schulausstattung bereitstellen lassen. Das machte sie mit einem Antrag im Haupt- und Finanzausschuss deutlich.

„Solange nicht eine ausreichende Bestuhlung für alle Schüler sowie für das Lehrpersonal zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist, ist eine Absenkung des Etattitels nicht vertretbar“, schreibt die SPD-Ratsfraktion in ihrem Antrag an den Hauptausschuss der Stadt. Sie wolle darüber diskutieren, weil es ähnliche Verhältnisse auch an weiteren städtischen Schulen gebe.

Verwaltung legt mehr als ein Drittel drauf

Die Verwaltung teilte indes auf die Berichterstattung in unserem Medium zum Wulfener Vorfall mit, dass die Stadt in diesem Jahr 61.500 Euro für Schulmöbel ausgegeben habe. „Mit dem vorliegenden Haushaltsentwurf, der in der Ratssitzung im Dezember verabschiedet werden soll, hat die Verwaltung der Politik vorgeschlagen, diesen Ansatz in 2020 und den Folgejahren auf 100.000 Euro, also um mehr als ein Drittel, zu erhöhen“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne.

Er räumt aber ein, dass sich zwischen den ersten internen Haushaltsberatungen und dem vorgelegten Entwurf „gleichwohl eine Einsparung ergibt, die aber keine reale Kürzung bedeutet, sondern sich auf einen Wunsch der Fachabteilung bezieht“. Eingespart, aber nicht gekürzt, wie geht das?

Das Paradoxon erklärt Ludger Böhne wie folgt: „Angesichts des Unterhalts- und Investitionsstaus, der in den vergangenen Jahrzehnten aufgelaufen ist und der natürlich auch das Mobiliar betrifft, hatte die Verwaltung bei der Aufstellung des Haushaltsentwurfes durchgerechnet, wie viel es kosten würde, die Schulmöblierung innerhalb weniger Jahre komplett zu erneuern. Dafür hätte der Ansatz allerdings von 61.500 Euro um 145.000 Euro auf dann jährlich 206.500 Euro erhöht und somit mehr als verdreifacht werden müssen.“

Stadt gibt mehr aus und spart dennoch?

Mit den angesetzten 100.000 Euro gebe die Stadt demnächst rund 40.000 Euro mehr für Schulmöbel aus und spare dennoch gegenüber der Idealvorstellung aus den Vorberatungen 106.500 Euro ein. „Im Vergleich zum Haushaltsansatz 2019 zu 2020 steigt die Investition aber real an“, so Böhne.

Der SPD waren diese Rechenexempel zum Zeitpunkt der Antragstellung wohl noch nicht bekannt. Ihre Forderung lautet kurz und knapp: „Ähnliche Verhältnisse wie an der Gesamtschule Wulfen gibt es auch an weiteren städtischen Schulen. Dem ist umgehend abzuhelfen.“

Kompletten Austausch weist die Stadt zurück

Das aber weist die Stadtverwaltung zurück und schlägt vor, „anstelle von Einzelfalllösungen ein stadtweites Möbelkonzept zu entwickeln, damit die notwendigen Anliegen zuerst bearbeitet sowie Stühle und Tische besser schulübergreifend ausgetauscht werden können“. Von einer umgehenden Abhilfe, wie von der SPD gefordert, hält die Verwaltung nichts: „Ein Austausch aller Schulmöbel in kurzer Zeit wäre zudem unwirtschaftlich. Dabei würden auch viele intakte und tadellose Möbel ausgemustert.“

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