Kaufleute sind wütend über "böse Bescherung"

Verkehrschaos in der Altstadt

Genervte Autofahrer, empörte Kaufleute: Das seit Tagen andauernde Verkehrschaos rund um die Altstadt ist nach Ansicht der Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt extrem geschäftsschädigend - und wäre mit einer besseren Absprache und Planung zu verhindern gewesen.

Dorsten

, 01.12.2015, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kaufleute sind wütend über "böse Bescherung"

Stehen und stau-(nen): Auf der Kanalbrücke geht zur Stoßzeiten nicht viel. Stadtauswärts steht nur eine Fahrspur zur Verfügung, der Verkehr staut sich bis weit in der Marler Straße hinein zurück.

Thomas Hein, Vorsitzender der DIA, packte kurz vor dem Nikolausmarkt am Donnerstag die verbale Rute aus. "Zum dritten Mal in Folge wird uns das Weihnachtsgeschäft verhagelt", schimpft er gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Manfred Hürland. Erst der Abriss des Lippetor-Centers, dann die Mercaden-Baustelle und nun der neue Fuß- und Radweg am Westwall. "Mein Verständnis ist erschöpft", sagt Hein.

Kilometerlange Staus zur "Rush-Hour"

Pünktlich zum Katharinenmarkt am letzten Donnerstag war der Gehweg entlang der Mercaden-Baustelle gesperrt worden. Fußgänger und Radfahrer werden für etwa sechs Wochen über die Ostseite der Kanalbrücke geleitet. "Aus Sicherheitsgründen ist deshalb stadtauswärts eine Fahrspur gesperrt", erklärte der stellvertretende Stadtsprecher Ludger Böhne. Kilometerlange Staus zur "Rush-Hour" sind die Folge. Manche Autofahrer benötigten in den letzten Tagen für die drei Kilometer lange Strecke zwischen Händelstraße und Gemeindedreieck bis zu 45 Minuten - oder sie nehmen einen mehr als doppelt so langen Umweg in Kauf. Böhne: "Das hängt aber mit der gesamten Zeitplanung der Mercaden zusammen."

Aus ihrer Kritik nimmt die DIA die Mercaden-Investoren allerdings ausdrücklich aus. "Da sind Kaufleute am Werk, die wissen, was so eine Baustelle für unser Weihnachtsgeschäft bedeutet." Dass der Westwall zu Wochenbeginn zwei Tage gesperrt werden musste, sieht der DIA-Sprecher als Beleg dafür. "Das ist besser als am Donnerstag und Freitag."

Kran am Westwall wurde abgebaut

Centermanager Bernard Banning betonte: "Leider mussten wir den Westwall noch einmal sperren lassen, um einen Kran abzubauen, der nach der Fertigstellung des Baus mitten in den Mercaden stand." Hein vermutet "ein gewisses Desinteresse" von Seiten der Stadtverwaltung. Dass die Weihnachtszeit zu den umsatzstärksten Wochen des Jahres zählt, habe sich im Rathaus wohl noch nicht herumgesprochen. "Ich kann nicht nachvollziehen, warum mit dem Bau des Rad- und Fußweges nicht im Januar begonnen wird - oder schon längst erledigt ist."

Das sieht Max Kohle genauso. Der Juwelier am Altstadtmarkt ist einer der Initiatoren eines vorweihnachtlichen Geschenkes für die Kunden der Innenstadt und schrieb jetzt dem DIA-Vorsitzenden voller Zorn: "Was nützt das freie Parken an den Adventssamstagen, wenn keiner in die Stadt kommen kann?"

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