Kein Geld: Streunerkatzenprojekt legt Zwangspause ein

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Das Streunerkatzenprojekt Dorsten hat schon vielen herrenlosen Katzen geholfen. Gründerin Conny Sander opfert Zeit, Geld und Kraft für die Tiere. Doch nun muss sie eine Pause einlegen.

Dorsten

, 19.09.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Conny Sanders Herz brennt für Tiere, speziell für Katzen. Im April 2019 rief sie deshalb das Streunerkatzenprojekt Dorsten ins Leben. Ihre Motivation: das Leid herrenloser, verwilderter Hauskatzen zu mildern und ihre Anzahl zu minimieren. Deshalb fängt sie Streuner ein, lässt sie kastrieren, damit sie sich nicht vermehren können, und setzt sie wieder aus. An Ort und Stelle kümmert sie sich dann weiter um die Tiere, versorgt sie mit Futter.

Das Streunerkatzenprojekt liegt auf Eis

Ihre Arbeit kostet viel Kraft und Nerven. „Ich habe extra ein Streunerkatzenhandy, das ständig klingelt“, so die Tierschützerin. Immer wieder rufen besorgte Bürger an, die verwahrloste, kranke Katzen gesichtet haben.

Aber einfach hinfahren und das Tier einfangen, das geht nicht. Hinter einer Fangaktion stecken mehrere Tage Vorbereitung und Arbeit.

Jetzt gab sie auf ihrer Facebook-Seite bekannt, mit dem Projekt pausieren zu wollen. „Leider gehen mir das Geld und die Kraft aus für diese zeitintensive, anstrengende Aufgabe“, schreibt sie. Fangaktionen, Kastration und Versorgung übernehme sie fast alleine. Noch sechs Katzen stehen auf ihrer Fangliste, das bedeutet rund 600 Euro Kosten. „Mein Budget geht aus und Schulden beim Tierarzt will ich nicht machen“, begründet Sander den Not-Stopp. Die Versorgung der Futterstellen sei deshalb aber nicht beendet.

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Conny Sander von Streunerkatzenprojekt Dorsten über ihre Arbeit

Es werden immer mehr Streuner

Auf einem Hof in Hervest startete sie vor gut einem Jahr eine ihrer größten Fangaktionen. 17 Tiere, darunter ein Wurf mit acht Kitten, fing sie ein. Nicht immer kooperieren die Anwohner mit der Tierschützerin. Frank Brunken sei ein Glückstreffer. Er übernimmt nun die Fütterung. Mittlerweile hat sich der Futterplatz bei der Streunern rumgesprochen - es werden immer mehr.

Gierig machen sich die Streuner über das Futter her.

Gierig machen sich die Streuner über das Futter her. © Lydia Heuser

Tierschützerin wurde angezeigt

An anderer Stelle endete Conny Sanders Hilfe mit einer Strafanzeige. Vor einem Jahr organisierte sie einen Kastrationstermin für einen Streunerkater. Drei Tage wurde er angefüttert, die Falle aufgestellt. Parallel organisierte Sander den OP-Termin, die anschließende Unterbringung im Tierheim. Alles ging gut. Im Juni wurde Sander wieder gerufen, dem Kater ginge es schlecht. Er musste sofort behandelt werden, Spenden von über 200 Euro gingen für die Tierarztkosten drauf und der Kater musste intensiv betreut werden.

Eine Anwohnerin zeigte die Tierschützerin daraufhin an. Der Vorwurf: Unterschlagung. Conny Sander nahm sich eine Anwältin und konnte beweisen, dass der Streuner herrenlos ist und sie sich um die tierärztliche Versorgung gekümmert habe. Das Verfahren wurde mittlerweile eingestellt.

  • Wer Conny Sander und dem Streunerkatzenprojekt finanziell unter die Arme greifen will, kann auf das folgende Konto spenden. Sparkasse Vest Recklinghausen, Cornelia Sander, I BAN: DE 26 4265 0150 1010 0672 78. Bitte als Verwendungszweck „Streunerkatzenprojekt Dorsten“ angeben.
  • Paten übernehmen ganz oder teilweise die Tierarztkosten. Conny Sander stellt als Dankeschön eine Patenschaftsurkunde aus. Wer Interesse hat, kann Kontakt über die Facebookseite herstellen.
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