Die sanierte ehemaligen Zechenbahnbrücke über die Lippe: Sie wird wohl keine der offiziellen Dorstener Geschichtstafeln bekommen. © Guido Bludau
Hervest-Konferenz

Keine Geschichtsstation für Zechenbahn – aber eine „kleine Schwester“

An der Zechenbahnbrücke in Dorsten wollten Bürger eine offizielle Geschichtsstation einrichten. Jetzt soll es eine Alternative geben. Nicht die einzige Neuigkeit aus der Hervest-Konferenz.

Die blau-grün gestrichene sanierte Zechenbahnbrücke verbindet nach langer Sperrung seit gut zwei Jahren wieder die Ortsteile Feldmark und Hervest. Gerne hätten Bürger an diesem nun als Geh- und Radweg über die Lippe führenden Bauwerk eine offizielle Dorstener Geschichtsstation installiert, die an die Historie der Zechenbahn erinnert. Doch eine solche wird es nicht geben.

Das gab Manfred Wissing von der „Bürgerrunde Feldmark“ am Mittwoch in der Sitzung der Hervest-Konferenz bekannt. Beide Stadtteilkonferenzen hatten zuvor eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet. Allerdings stellte sich heraus, dass es für die Zechenbahn, auf der von 1930 bis 2001 Kohle von der Zeche zum Kanalhafen transportiert worden war, zu wenig konkrete Ereignisse und Jahreszahlen gibt, um sie in die Riege der rund 45 Geschichtsstationen aufzunehmen.

„Damit wäre sie den bisherigen Geschichtsstationen nicht gerecht geworden“, so Manfred Wissing. Mit Josef Ulfkotte vom Verein für Orts- und Heimatkunde sei deshalb eine Alternative verabredet worden – und zwar in Form einer „Standpunkttafel“, wie sie bereits auf dem Marktplatz am Geburtshaus von Maria Lenzen hängt und dort an das Wirken der früheren Dorstener Schriftstellerin erinnert.

Mit einem Foto der alten Zechenbahn und erläuternden Zeilen könnte eine solche ungleich günstigere Tafel dann gleich an beiden Seiten der Brücke aufgestellt werden. Finanzieren ließe sie sich aus Mitteln der jeweiligen Stadtteil-Bürgerbudgets.

Der Brunnen auf dem Brunnenplatz wird weiter saniert.
Der Brunnen auf dem Brunnenplatz wird weiter saniert. © Michael Klein © Michael Klein

Aus den für dieses Jahr noch vorhandenen Hervester Bürgerbudget-Mitteln verteilten die Konferenzteilnehmer, die sich im Saal der Freikirchlichen Gemeinde am Holzplatz trafen, Fördergelder an Projekte.

Zum einen erhält der Bergbauverein 4.000 Euro für die weitere Sanierung des Brunnens der Zechenkolonie am Brunnenplatz. Schon 2020 hatte der Verein Geld aus dem Bürgerbudget bekommen, um das Werk in diesem Jahr wieder zum Sprudeln zu bringen.

Weitere Brunnenarbeiten

Nun sind an dem Brunnen laut dem Vereinsvorsitzenden Gerd Schute weitere Arbeiten nötig, unter anderem an Ventilen, am Mauerwerk und am Brunnenschacht. Damit wären dann alle Reparaturen beendet. Da es von RWE eine Spende für die Wasserkosten gibt und über kurz oder lang Eon die Stromkosten übernehmen wird, werde der Bergbauverein über 2023 hinaus als Pate den Brunnen betreuen.

Einen Zuschuss von gut 700 Euro bekommt die „Initiative Zukunft Marienviertel“ für eine seniorengerechte Sitzbank neben dem „Offenen Bücherschrank“ auf dem Gelände der Ex-Gerhart-Hauptmann-Schule an der Bismarckstraße. Zudem sollen die „Lebensfreunde“, eine Selbsthilfegruppe für psychisch erkrankte Menschen, 375 Euro für Arbeitsmaterialien erhalten, die auch anderen Vereine im Ortsteil zugutekommen sollen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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