Coronavirus: Kind malt zauberhaftes Dankeschön-Banner, kurz darauf ist es verschwunden

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Eine schöne Aktion in Dorsten hat ein jähes Ende gefunden: Das Dankeschön-Plakat von Fiona Quidas (7) für alle, die in der Corona-Krise helfen und arbeiten, ist von der Brücke verschwunden.

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 23.03.2020, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Autofahrern zauberte diese schöne Aktion ein Lächeln ins Gesicht. Die Kommentare in den Sozialen Netzwerken waren begeistert, die „Likes“ prasselten bei Facebook hundertfach auf diese Idee ein.

„Ich finde das richtig super, dass sich so viele Menschen darüber freuen“, sagt Fiona Quidas (7) noch am Montagmorgen am Telefon. Doch eine Stunde später ist die siebenjährige Schülerin der Grünen Schule in Wulfen-Barkenberg tieftraurig.

Vermutlich gestohlen

Denn das große und selbst gemalten Banner, das seit dem Wochenende an einer Brücke über der Barkenberger Allee in Wulfen hängt und das Fiona gemeinsam mit ihrer Mutter Bianca Quidas gestaltet hatte, ist verschwunden und vermutlich von Unbekannten gestohlen worden.

„Das sollte doch ein Dankeschön sein“, erzählt Fiona - und zwar an alle, die in der Corona-Krise helfen. „Es fehlen welche, aber denen danken wir auch“, so Bianca Quidas. Namentlich erwähnt haben Tochter und Mama die Lkw-Fahrer, Ärzte, Pflegekräfte und Kassierer/innen. „Wer nimmt denn so etwas einfach ab“, kann ihre Mutter nicht fassen, dass das Plakat an der Brücke verschwunden ist.

„Bin selbst Risikopatientin“

Die Mutter erzählt, wie die gemeinsame Idee für das Banner entstanden ist. „Bei uns läuft grad der TV-Nachrichtensender n-tv rauf und runter. Wir wollen ja informiert bleiben“, sagt Bianca Quidas. Sie hat sich mit ihrer Tochter in den vergangenen Tagen viel über das Coronavirus unterhalten. „Ich bin wegen eines Herzleidens selbst Risikopatientin“, so die Wulfenerin.

Seit dem vergangenen Wochenende hing ein großes selbstgemaltes Banner an einer Brücke an der Barkenberger Allee in Barkenberg. Jetzt ist es weg.

Seit dem vergangenen Wochenende hing ein großes selbst gemaltes Banner an einer Brücke an der Barkenberger Allee in Wulfen-Barkenberg. Jetzt ist es weg. © Guido Bludau

Bianca Quidas hat kürzlich bei der „Rebeq“ eine Qualifizierung zur Integrationshelferin absolviert. Aber da die Schulen geschlossen sind, kann sie derzeit nicht als Schulbegleiterin arbeiten. „Meine Tochter fand es traurig, dass jetzt so viele andere Menschen arbeiten müssen und sich nicht zu Hause schützen können“, so die Mutter. „So kam uns auf die Idee.“

Fiona hat gemalt, was bunt ist

Bianca Quidas hat die großen Buchstaben auf das Tuch geschrieben, die siebenjährige Fiona dann alles aufs Banner gemalt, was bunt ist: Blümchen und die Hände in unterschiedlichen Farben.

Eigentlich wollten Mutter und Tochter das Dankeschön-Plakat ins Fenster oder auf den Balkon hängen. Doch der Lebensgefährte von Bianca Quidas meinte nur: „Wenn schon, denn schon und so sind wir zur Brücke gestiefelt.“

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Und für Fiona war die Mal-Aktion eine schöne Abwechslung vom täglichen Aufgaben lösen für die Schule. „Wir können ja zusammen nicht so oft an die frische Luft“, so die Mutter. Dass die Aktion so gut ankam, freute die beiden Wulfenerinnen sehr. Und doch jetzt muss Fiona erst mal getröstet werden.

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