Kinderschutzbund braucht Hilfe von Spendern

Vielfältige Aktivitäten

Wie viel ist uns der Schutz unserer Kinder wert? Diese Frage muss gestellt werden, denn die Spenden, die der Dorstener Kinderschutzbund erhält, sind zurückgegangen. "Die Menschen spenden lieber projektbezogen, weniger für den Unterhalt und Sachmittel unseres Vereins", sagt Herbert Rentmeister vom Vorstand des Kinderschutzbundes.

Dorsten

, 23.08.2016, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kinderschutzbund braucht Hilfe von Spendern

Sieglinde Metschl und Herbert Rentmeister haben sich dem Kinderschutz verschrieben und werben um Spenden zum Unterhalt der wichtigen Anlaufadresse in der Wiesenstraße 4.

Beheimatet ist der Kinderschutzbund in Räumlichkeiten an der Wiesenstraße 4. Hier findet ein reges Treiben statt: Mütterrunden am Donnerstagvormittag, Hausaufgabenbetreuung, Ausgabe von Kinderwagen, -sitzen und Lebensmitteln an bedürftige Familien. 10.000 Euro jährlich braucht der Kinderschutzbund, so die Vorsitzende, Sieglinde Metschl, um die laufenden Kosten wie Miete und Strom zu bestreiten. "Wir Helfer sind alle ehrenamtlich tätig, nur die älteren Schüler bekommen ein kleines Honorar für die Hausaufgabenbetreuung jüngerer Kinder."

Eine Reihe von Aktionen und Aktivitäten entfesselt der Kinderschutzbund ganzjährig. Gesponsert werden die Angebote von verschiedenen Dorstenern, darunter Einzelpersonen wie Ralf Honsel oder Vereinen und Gruppierungen wie Rotarier und Mr. Trucker-Kinderhilfe. Dafür gibt es dann Babybedenkzeitprojekt, Wellcome, Weltkindertag, Adventslichteraktion oder "Bildung schafft Zukunft", über die Schulkinder ihre Erstausstattung fürs Lernen an der Grundschule oder an den weiterführenden Schulen bekommen. 

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Zu den Angeboten des Kinderschutzbundes gehörten Hausaufgabenbetreuung dienstags und donnerstags nachmittags, der Kindertreff im Familienzentrum St. Johannes dienstags nachmittags, die regelmäßige monatliche Ausgabe von Lebensmitteln an zehn bedürftige Familien, bei denen das Geld am Monatsende fehle: „Das stemmen wir zusammen mithilfe der Mobilen Jugendhilfen Altstadt, Holsterhausen und dem Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Wulfen“, sagt Metschl. Sie selbst besorgt die Lebensmittelpakete im Wert von circa 15 Euro: „Da ist dann alles drin, vom Brot, über Kartoffeln bis hin zu Nudeln und Tomatenmark.“

Babysitter stark nachgefragt

Darüber hinaus biete der Kinderschutzbund einen Babysitterkurs an: „Er findet zweimal jährlich statt, Ärztin, Psychologin, Kinderkrankenschwester bilden Schülerinnen aus. Der Service wird von Eltern stark nachgefragt. "Die Räume unseres Vereins werden zudem genutzt, um Besuchskontakte zwischen Eltern und Kindern zu ermöglichen“, zählt Metschl zudem auf. Das sei insbesondere bei Eltern in Scheidungs- und Trennungssituationen der Fall. Das Jugendamt nehme das Angebot des Kinderschutzbundes in solchen Fällen gerne an.Stark nachgefragt werde auch der Frauentreff donnerstags vormittags: „Junge Mütter treffen sich zum Austausch bei uns, bitten aber auch um Rat in unterschiedlichen Lebenslagen“, so Sieglinde Metschl. Um gut und günstig kochen zu lernen – „einige junge Mütter können das nicht, weil es ihnen zu Hause nicht beigebracht worden ist“ –, gibt es den Kochkurs in enger Vernetzung mit den Mutter-Kind-Einrichtungen in Dorsten.

Missbrauchsverdachtsfälle

Die wichtigste Funktion komme dem Kinderschutzbund aber zu, wenn gepeinigte, vernachlässigte oder gefährdete Kinder Hilfe brauchen. Oder wenn Lehrerinnen und Lehrer über Missbrauchsverdachtsfälle berichten: „Das ist ein sehr sensibles Thema und es ist sehr wichtig, dass diesen Hinweisen nachgegangen und gehandelt wird“, sagt Herbert Rentmeister vom Vorstand des Kinderschutzbundes. Der Kinderschutzbund werde dabei als neutrale Stelle wahrgenommen. „Das Jugendamt stellt für die Beteiligten oftmals eine hohe Hürde dar, die nach Möglichkeit umgangen wird“, weiß Rentmeister aus Erfahrungen. Fünfmal habe der Kinderschutzbund im vergangenen Jahr bei konkreten Verdachtsfällen das Jugendamt einschalten müssen. „Das kann dazu führen, dass Kinder zu ihrem Schutz aus den Familien genommen werden müssen.“ 

Der Kinderschutzbund wird beim Projekt „Bildung schafft Zukunft maßgeblich von Rotariern und Mr. Trucker Kinderhilfe unterstützt. Ralf Honsel stellt die Materialien für die Bildungs-Starterpakete zur Verfügung.
Die Vestischen Verkehrsbetriebe stellen dem Verein monatlich Materialien zur Verfügung, die in Bussen und Bahnen liegen geblieben sind: Rucksäcke, Jacken, Tornister, Turnschuhe.
Kinderwagen und Kindersitze werden regelmäßig benötigt, Sieglinde Metschl bittet um die Bürger um Spenden.Geldspenden können auf die Konten des Kinderschutzbundes überwiesen werden: Sparkasse Vest, IBAN: DE34 426 50150 001 700 1116 oder Volksbank: IBAN: DE 94 426 623 200 30947 00 00

 

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