"Kleiner Fisch" muss bis 2019 hinter Gitter

Mitglied einer Bande von Fahrraddieben

Er war nur eine Randfigur bei den kriminellen Machenschaften einer von Barkenberg aus operierenden Bande von Fahrraddieben. Ein kleiner Fisch also. Aber Kleinvieh macht auch Mist. Und so muss der 38-jährige Hervester nun drei Jahre hinter Gittern verbringen.

Dorsten

, 20.01.2016 / Lesedauer: 2 min

Zwar wurde der Angeklagte vom Dorstener Schöffengericht am Mittwoch (20.1.) für den Raddiebstahl und zusätzlich für den Besitz drei Tüten Amphetaminen nur zu ein paar Monaten Haft verdonnert.

Eingerechnet wurde aber eine fünfmonatige Strafe für einen Ladendiebstahl auf der Hardt, die im Januar 2015 gegen ihn verhängt wurde. Und da alle diese Taten während einer laufenden mehr als zweijährigen Bewährungsstrafe passierten, wurde diese gleich mit einkassiert. Unzählige teure Fahrräder hatte die erwähnte Diebesbande im Jahr 2014 in Dorsten und Umgebung gestohlen und auch an Abnehmer in Polen und Weißrussland verkauft.

Tiefgarage war Hauptlager

Ein Teil der Täter ist bereits vom Essener Landgericht verurteilt worden. Ihr Hauptlager war eine Tiefgarage in Barkenberg. Dort wurde auch das gestohlene Rad zwischengelagert, das der 38-jährige Hervester der Bande andiente und das die Haupttäter später auf dem Gelände des Autokinos in Essen verkauften. Der Hervester, der damals Geld für seinen Drohenkonsum benötigte, räumte diesen Diebstahl ein. Ihm blieb auch nicht viel anderes übrig: Denn die Ermittlungskommission der Kripo Recklinghausen hatte mehrere Monate lang die Telefone der Bande abgehört und so war auch der 38-Jährige ins Visier der Beamten geraten.

Barkenberger Bandenchef

Der Barkenberger Bandenchef soll übrigens auch einen schwunghaften Handel mit Heroin und anderen Drogen betrieben haben. Auch der jetzt in Dorsten angeklagte Hervester soll sein Kunde gewesen sein. Doch das konnte ihm vom Gericht nicht nachgewiesen werden – zu uneindeutig waren die Abhörprotokolle. Was selten vor Gericht passiert: Der Angeklagte äußerte sich positiv zu der drohenden langen Haftstrafe. „Da kann ich mich langsam von den Drogen entwöhnen und vielleicht eine Lehre anfangen“, hoffte er. Ein Wermutstropfen für ihn: Womöglich droht ihm anschließend die Abschiebung in sein Heimatland Kasachstan.

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