Klimafasten erstmals auch in Dorsten: Sogar ein autofreier Sonntag ist möglich

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Zum ersten Mal beteiligen sich Gemeinden aus Dorsten am „Klimafasten“. Von Aschermittwoch bis Ostersonntag gibt es Aktionswochen zu unterschiedlichen Themen. Die können Signalwirkung haben.

Dorsten

, 12.02.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Süßes oder Fleisch verzichten, nicht rauchen, keinen Alkohol trinken - das machen viele und nicht nur gläubige Menschen in der Fastenzeit. Aber dem Klima hilft das meistens herzlich wenig. Deshalb gibt es seit einigen Jahren bundesweit die kirchliche Initiative „Klimafasten“. Dabei geht‘s auch um Verzicht und bewusstes Leben - aber etwas anders.

Sorge um die Schöpfung Gottes

Zum ersten Mal haben sich die katholischen Gemeinden in Hervest, Holsterhausen und Lembeck mit mehreren Kooperationspartnern der Aktion angeschlossen. Initiator Kai Kaczikowski betont: „Man muss nicht jede Aktionswoche mitmachen und auch nicht kirchlich gebunden sein.“ Aber natürlich spielt die Sorge um die Schöpfung Gottes eine wesentliche Rolle.

Für den Pastoralreferenten der Gemeinde St. Paulus ist „Klimawandel“ ein Top-Thema in der Gesellschaft. „Die Leute springen sofort darauf an.“ Das mag auch mit der „Fridays for Future“-Bewegung zu tun haben. Deshalb ist die Hoffnung groß, dass viele, auch jüngere Menschen aus Dorsten bereit sind, ihren Konsum zu verändern - für eine oder mehrere Wochen, vielleicht aber auch für immer.

Sechs Schwerpunkte

Klimafasten

1. Woche: CO2-Fußabdruck; 2. Woche: Energie; 3. Woche: Lebensmittel retten; 4. Woche: Elektronik-Konsum; 5. Woche: Mobilität und nachhaltiges Reisen; 6. Woche: Plastikreduziertes Leben.

So geht es in der ersten Woche (ab 26. Februar) um den CO2-Fußabdruck. „Denkbar wäre es, an dem Sonntag in jener Woche sein Auto stehen zu lassen“, schlägt Kaczikowski vor. Oder in der zweiten Woche (Thema „Energie“) abends mal nicht den Fernseher einzuschalten, sondern mit der Familie ein Gesellschaftsspiel zu spielen.

„Bewusst Verzicht üben“

Es geht beim Klimafasten nämlich darum, „bewusst Verzicht zu üben und frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen“. Also warum nicht mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, das Handy am Wochenende ausschalten oder weniger Plastikmüll produzieren?

Als Schulseelsorger hat Kaczikowski die beiden Ursulinen-Schulen ins Boot geholt. Sie werden eigene Aktionen vorbereiten. Außerdem gibt es jeden Mittwoch von 19 bis 20 Uhr im Pfarrheim St. Josef ein Treffen mit Gleichgesinnten, um Erfahrungen auszutauschen und Tipps zu geben. Es gibt auch Facebook-Gruppen und Instagram-Kanäle, in denen es ums Klimafasten geht. Über außergewöhnliche Aktionen in Dorsten soll regelmäßig berichtet werden.

Kai Kaczikowski hofft auf eine möglichst breite Bewegung in der Dorstener Gesellschaft. Manchmal braucht es dafür ja nur eine Initialzündung, wie es Greta Thunberg vorgemacht hat.

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Weitere Termine: „2040 - wir retten die Welt“ am Dienstag (24. März) um 18 Uhr im Central-Kino, Dorstener Besentage (ab 16. März), Wortgottesdienst am 25. März um 19 Uhr in St. Bonifatius Holsterhausen
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