Warnsignale aus Marienviertel: Junge Bäume sind vor Durst umgekommen

rnKlimawandel in Dorsten

Die Eichen im Marienviertel dürsten nach Wasser. Die jungen Mehlbeerenbäume zwischen Bismarckstraße und Holzplatz sind vor Durst schon umgekommen - so tötet der Klimawandel.

Hervest

, 13.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Marienviertel hat sich nach dem Umbau der Bismarckstraße herausgeputzt. Begrüßt von allen Bewohnern wurde die Neuanpflanzung zahlreichen Jungbäume am Radweg zwischen dem Fitnessstudio Be Fit und dem Hervester Bahnhof. Leider haben sich zirka 30 neu angepflanzte Mehlbeerenbäume von ihrem irdischen Dasein schon wieder verabschiedet: Sie sind in den vergangenen Hitzesommern verdurstet. „Wässert die niemand?“, fragt sich der Grünexperte im Viertel, Franz-Josef Gövert.

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Regionalverband Ruhr hat die Bäume gepflanzt

Die Stadt sagt, dass es sich bei den Jungbäumen an der alten Bahntrasse Wesel-Haltern um Gehölze handelt, die der Regionalverband Ruhr nach dem Ausbau des Radweges angepflanzt hat. „Die Bäume wurden von der Stadt Dorsten übernommen und regelmäßig gewässert. Trotzdem sind leider Ausfälle zu beklagen“, sagt Stadtsprecher Christoph Winkel auf unsere Anfrage. Die Stadtverwaltung werde aber mit dem RVR in Kontakt treten und prüfen, ob von Seiten des RVR eine Nachpflanzungsmöglichkeit gesehen wird. „Ziel bleibt auf jeden Fall eine durchgängige Begrünung des Fuß- und Radweges mit Bäumen.“

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Mehr als 100 Jahre alte Eichen leiden schwer

Auch die mehr als 100 Jahre alten Eichen auf dem Schulhof der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Realschule leiden schwer. Aufgewachsen zwischen Gittersteinen und lebensfeindlichem Asphalt führen sie ein vernachlässigtes Dasein.

Großen Durst haben die über 100 Jahre alten Eichen auf dem ehemaligen Schulhof der Gerhart-Hauptmann-Realschule. Zwei Männer der Freiwilligen Feuerwehr Löschzug I Hervest, Paul Heisterkamp und Hans-Georg Sendker, halfen den Bäumen in ihrem Asphaltbett.

Großen Durst haben die über 100 Jahre alten Eichen auf dem ehemaligen Schulhof der Gerhart-Hauptmann-Realschule. Zwei Männer der Freiwilligen Feuerwehr Löschzug I Hervest, Paul Heisterkamp und Hans-Georg Sendker, halfen den Bäumen in ihrem Asphaltbett. © Johannes Wulf

Franz-Josef Gövert, Grünflächenexperte der Initiative Zukunft Marienviertel (IZM), hat der Stadt angesichts der Notlage der alten Eichen geschrieben und dringend eine „großzügige Herausnahme der Pflasterungen im direkten Umfeld der Bäume“ empfohlen. „Damit könnte den Bäumen sehr geholfen werden, insbesondere durch Abdeckung mit Mulch oder einem mit Kompost angereichertem Substrat. Besonders jetzt in den Hochsommermonaten würde eine durchdringende Wässerung den Bäumen sehr helfen“, sagt Gövert.

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Die Stadt greift die Anregung auf. „Wir prüfen, die versiegelten und teilversiegelten Wurzelbereiche der Eichen auf dem Schulhof der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Realschule zu entsiegeln, um den Bäumen verbesserte Lebensvoraussetzungen zu bieten. Durch die offen gelegten Baumscheiben kann anfallendes Regen- und Oberflächenwasser an diesen Bäumen unmittelbar versickern“, heißt es aus dem Rathaus.

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Als weitere Soforthilfemaßnahme wird die IZM an den Eichen 30 „Wassersäcke“ installieren, aus denen je 75 Liter Wasser langsam herauströpfeln und so für eine gewisse Grundfeuchte im Wurzelbereich sorgen. Der Hagebaumarkt Sender hat die Wassersäcke zur Verfügung gestellt. Die Säcke müssen allerdings regelmäßig befüllt werden.

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