Köcherjungfern in Dorsten nachgewiesen: Die Pilzköpfe sind zurück

Tag der Artenvielfalt

Biologen des Lippeverbands haben Larven der „Pilzkopf-Köcherjungfer“ in Dorsten nachgewiesen. Anders als die Beatles trägt die Larve ihren Namen nicht aufgrund ihrer Frisur.

Dorsten

22.05.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Köcherjungfern in Dorsten nachgewiesen: Die Pilzköpfe sind zurück

Wegen des pilzförmigen Zeichens auf dem Kopf trägt die Pilzkopf-Köcherjungfer ihren Namen. © EGLV

Zum „Tag der Artenvielfalt“ am 22. Mai stellt der Lippeverband die Köcherjungfer als „Bewohner des Monats“ vor. Biologen des Lippeverbands haben die Larve im Hammbach, im Rapphofs Mühlenbach und im Schölzbach nachgewiesen.

„Bevorzugt besiedelt die Pilzkopf-Köcherjungfer schwach strömende, naturnahe Gewässer mit sandigem Grund“, erklärt Simone von Pigage-Göhler, Biologisch-technische Assistentin beim Lippeverband. Ihr Vorkommen sei damit immer ein positives Zeichen für Renaturierungsmaßnahmen, ergänzt ihre Kollegin Sylvia Mählmann.

Anders als die Beatles trägt die Larve der „Pilzkopf-Köcherjungfer“ ihren Namen nicht aufgrund ihrer Frisur, sondern wegen eines markanten pilzförmigen Zeichens direkt auf der Kopfoberfläche.

Köcherjungfern in Dorsten nachgewiesen: Die Pilzköpfe sind zurück

© EGLV

Unter Wasser fällt die Pilzkopf-Köcherjungfer nicht nur durch ihr Kopfzeichen, sondern auch durch ihre „Mobilheime“ auf, die sie permanent mit sich herumträgt. Zunächst aus Sandkörnern, verklebt mit eigens produzierten Spinnfäden, dann ergänzt mit vielen kleinen Ästchen, bauen sich die Tiere aufwendige röhrenförmige Köcher. So schützen sie ihren weichen Hinterleib und haben bei Gefahr einen Rückzugsort – sollten Fressfeinde im Anmarsch sein.

Tagsüber verstecken sich die Larven am Ufer

Die Larven werden bis zu vier Zentimeter groß und verstecken sich tagsüber am Ufer. Gefressen wird dabei vorwiegend vegetarisch – Algen und Pflanzenteile. Im Sommer legen sie eine Ruhepause ein: Sie verschließen den Köcher und warten auf kühlere Wassertemperaturen. Dann beginnt die Verpuppung mit anschließender Verwandlung zum geflügelten „Erwachsenen“.

Zwischen August und Ende Oktober kann es bei guten Witterungsverhältnissen zu einem plötzlichen Massenflug der jungen Pilzkopf-Köcherjungfern kommen.

Hintergrund

Tag der Artenvielfalt

  • Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert.
  • Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde.
  • Die Vereinten Nationen haben Ende 2000 den Tag vom 29. Dezember, dem Tag, an dem 1993 die Convention on Biological Diversity (CBD) in Kraft trat, in den Mai verlegt.
  • Die Ziele der Konvention sind die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile.
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