Hella Sinnhuber und Bernd Caspar Dietrich bei den Dreharbeiten © Fitore Muzaqi
Filmprojekt

Kreatives Paar als Hauptdarsteller in einem Film über Kunst und Liebe

Ein kreatives Paar aus Dorsten könnte bald zu „Stars“ auf Filmfestivals werden. „Hella & Bernd“ heißt die Doku über Kunst und Liebe. Eine Crowdfunding-Kampagne für die Finanzierung läuft.

Eigentlich sollte es lediglich eine kurze Film-Dokumentation über den Künstler Bernd Caspar Dietrich werden. Vielleicht 10, 20 Minuten lang. Doch dann fing Regisseurin Fitore Muzaqi an zu drehen – und tauchte immer tiefer ein in den künstlerischen Kosmos einer ungewöhnlichen Paar-Beziehung.

Am Ende gab es mehr als 100 Stunden Material, am Ende war es ein Projekt über die Kunst und die Liebe, denn am Ende wird es ein Film über „Hella & Bernd“. Nicht 10 oder 20, sondern satte 90 Minuten lang – und womöglich schon bald auf Filmfestivals zu sehen.

„Hella & Bernd“ – so heißt das dokumentarische Werk, mit dem die Kölner Filmemacherin Fitore Muzaqi zwei in Dorsten und darüber hinaus bestens bekannte Persönlichkeiten präsentiert: Hella Sinnhuber, die Moderatorin, und Bernd Caspar Dietrich, den Sand-Künstler.

In Gahlen-Besten – unweit der Dorstener Stadtgrenze – errichten die beiden auf dem „Hohen Berg“ auf 7.000 Quadratmetern einen Skulpturenpark, der für die Menschen ein Ort der Inspiration und Freiheit sein soll. „Für mich sind sie ein Kunstpaar in der Tradition von Christo und Jeanne Claude“, sagt Fitore Muzaqi, die auch als Leiterin der Video-Produktion für den Sender „WDR Cosmo“ tätig ist.

Bei Filmprojekt kennengelernt

Die Filmemacherin lernte 2016 – da war sie noch Studentin – bei einem Film-Projekt Hella Sinnhuber kennen. Und war schwer begeistert von der zugewandten und kreativen Art der Dorstener PR-Frau und Journalistin. Beide blieben in Kontakt, telefonierten regelmäßig. Und als Fitore Muzaqi nach Köln zog, lernte sie auch die Kunst von Hellas Ehemann Bernd Caspar Dietrich kennen.

Die Regisseurin Fitore Muzaqi © Screenshot: Kickstarter-Teaser © Screenshot: Kickstarter-Teaser

In ihr reifte der Gedanke, ein Film-Porträt des Künstler zu erstellen, der seine Kunst unter erschwerten gesundheitlichen Bedingungen schafft: Seine linke Körperhälfte ist seit ein paar Jahren infolge eines Schlaganfalls schwer gelähmt. „Und dennoch behauptet er sich beharrlich als Außenseiter in der Kunstszene“, so die Kölnerin.

Gemeinsame Philosophie

Doch beim Drehen merkte sie, dass es ihrem Film nur um „Hella & Bernd“ im „Doppelpack“ gehen durfte. „Ich habe schnell verstanden, dass sie eine gemeinsame Philosophie verfolgen, dass der eine ohne den anderen nicht denkbar ist.“

Die Filmemacherin und ihre Kamera waren immer nah dabei. Bei den künstlerischen Prozessen, bei den Freunden, die sich dem ArtPark-Projekt verpflichtet fühlen, bei gemeinsamen Ausstellungsbesuchen und und und.

Alle Beteiligten verständigten sich darauf, die Kamera einfach immer laufen zu lassen, „ganz gleich, was sich am Ende daraus entwickelt“. Und so waren die Filmemacherin und ihre Kamera auch ganz nah dabei bei den Auseinandersetzungen und Widrigkeiten, die eine solche Beziehung und die Kämpfe um Wertschätzung und Unabhängigkeit in der Kunstszene mit sich bringen.

An die Grenzen gestoßen

Oft stieß das Paar an seine Grenzen – und offenbarte vor der Kamera mehr und mehr seine Gefühle, seine gegenseitigen Abhängigkeiten, seine Hoffnungen und seine Fürsorge für den jeweils anderen.

Im Sommer soll der Dokumentarfilm, den die Regisseurin auch bei Festivals einreichen möchte, geschnitten und vorführbereit sein. Mit einer Crowdfunding-Kampagne bei der Internet-Plattform „Kickstarter“(www.kickstarter.com/projects/hellaundbernd/hella-and-bernd) versucht sie, finanzielle Unterstützer für das Projekt zu finden. 25.000 Euro bis zum Kampagnen-Ende am 11. März will sie erzielen. In den ersten fünf Tagen sind fast 10.000 Euro zusammengekommen.

Unterstützer bekommen Belohnung

Unterstützer bekommen eine Belohnung. Von Postkarten mit einem Kunst-Motiv von Bernd (Mindestspende: 20 Euro) über eine private Filmverführung mit dem Regieteam (1.000 Euro) bis zur Hauptsponsor-Nennung im Abspann samt „Alchimisten-Essen“ auf dem Hohen Berg mit „Hella & Bernd & Fitore (8.500 Euro).

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein