Kreuz auf der Wartburg

20.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dorsten Viele Gemeindemitglieder von St. Paulus werden seit dem 3. Juli das Vortragekreuz vermissen, das normalerweise an der Wand neben dem Taufbecken hängt. Das qualitätsvolle Kreuz, das während der Osterzeit im Altarraum aufgestellt wird, stammt bereits aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Dieses Kruzifix, das Reliquien der Hl. Elisabeth (um1390) enthält, ist zur Zeit als Leihgabe der Pfarrgemeinde bei der Thüringer Landesausstellung, anlässlich des 800. Geburtstages der Landgräfin, auf der Wartburg zu sehen.

Die Ausstellung wird von der Wartburg-Stiftung Eisenach in Kooperation mit der Friedrich-Schiller -Universität Jena ausgerichtet. Zahlreiche Forscher aus dem In- und Ausland und wissenschaftliche Institutionen wirken dabei mit.

Eine große Zahl hochrangiger Kunstwerke (also auch das aus Hervest) aus fast allen europäischen Staaten und der USA werden hier erstmals präsentiert. Besonderes Augenmerk wird bei der Darstellung der breit gefächerten, mittelalterlichen und neuzeitlichen Verehrung der Hl. Elisabeth, auf die Verehrung ihrer Reliquien gelegt, die einen zentralen Aspekt des Elisabeth-Kultes bildeten und bilden.

Das einzige Stück hierfür, auf das die Forscher bei ihren intensiven Recherchen gestoßen sind, sind die umhüllten Reliquien der Hl. Elisabeth mit einem Reliquienzettel, die zu Beginn der 1970er Jahre bei der Restaurierung des Kruzifixes aus dem 14. Jahrhundert in der Pfarrkirche St. Paulus gefunden wurden.

Es handelt sich nach Angaben des Reliquienzettels um Reliquien vom Fleisch und Blut der hl. Elisabeth und um ein Stück des Gewandes, in demsie bestattet wurde.

Die im Kopf des Kruzifixes eingearbeiteten Fleisch-, Blut- und Kleiderreliquien wurden vermutlich von Pilgern am aufgebahrten Leichnam Elisabeths entnommen.

Dieses Kruzifix ist auf der Wartburg bis zum 19. November 2007 zu sehen. Anschließend wird es wieder in der Pfarrkirche St. Paulus seinen Ehrenplatz bekommen.

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