Stadt: Kritik an kommunalen Straßen „entspricht nicht der Realität“

rnOnline-Umfrage

Zwei Drittel unserer Umfrage-Teilnehmer sind unzufrieden mit dem Zustand der städtischen Straßen in Dorsten. Die Stadt weist die Kritik zurück, die Zuständigkeiten seien vielen nicht klar.

Dorsten

, 16.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut zwei Drittel der rund 700 Teilnehmer unserer Online-Umfrage widersprechen der Aussage, die kommunalen Straßen in Dorsten seien in einem guten Zustand. Rund 67 Prozent stimmten für „trifft eher nicht zu“ oder „trifft gar nicht“ zu.

Das Umfrage-Ergebnis entspreche nicht der Realität, hält die Stadtverwaltung dagegen: „Wer wirklich nur die städtischen Straßen betrachtet, wird feststellen, dass sie grundsätzlich in einem guten Zustand sind.“

Vielen Bürgern sei laut Verwaltung „leider nicht klar, dass für Landes- und Bundesstraßen im Stadtgebiet der Landesbetrieb Straßen.NRW und für Kreisstraßen die Kreisverwaltung Recklinghausen zuständig ist“. Bauhof und Tiefbauamt hätten die städtischen Verkehrswege in Dorsten gut im Griff.

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Größere Schäden treten laut Verwaltung meist auf Wirtschaftswegen auf. Anders als bei Straßen in Wohngebieten, wo Anlieger an Kosten beteiligt werden, komme für Wirtschaftswege „allein der Steuerzahler auf“. Deshalb müsse man hier „auf Dauer mit weniger komfortablen Verhältnissen leben“.

Kommunale Straßen wie aktuell beispielsweise ein Abschnitt der Luisenstraße in Holsterhausen oder die Klosterstraße zwischen Altstadt und Hardt werden nicht mehr gepflegt, weil demnächst eine Erneuerung ansteht. Das sei wie bei einem alten Auto, heißt es von der Stadt: „Niemand lässt ein Fahrzeug noch neu lackieren, das den nächsten TÜV nicht überstehen wird.“ Investiert werde an solchen Stellen nur noch in die notwendige Verkehrssicherheit.

Geteilte Meinung bei der Grünpflege

Der Aussage, dass Beete und Grünstreifen entlang der Straßen in einem guten Zustand sind, stimmen rund 5 Prozent „voll und ganz zu“, rund 36 Prozent finden, dass dies eher zutreffe. Die Mehrheit ist auch hier der Meinung, dass dies „eher nicht“ (37 Prozent) oder „gar nicht“ (20 Prozent) zutreffe.

Dass Parks und Grünflächen gut bzw. einigermaßen gut gepflegt sind, finden rund 45 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, 50 Prozent widersprechen dieser Aussage.

Die Stadt verweist im Hinblick auf die Beurteilung der Pflegestandards auf das Gesetz „Stärkungspakt Finanzen“ der Landesregierung aus dem Jahr 2011, das auch Dorsten „zu einem harten Sparkurs gezwungen“ habe. Der Stadtrat habe seinerzeit „einstimmig ein Paket mit über 200 Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Erhöhung von Einnahmen verabschiedet. Darunter auch die Senkung von Standards.“

Mit den jetzt noch zur Verfügung stehenden Mitteln würde „tolle Arbeit zum Wohle der Bürger“ geleistet. „Unser Maßstab ist im Zweifel nicht die Optik, sondern die Verkehrssicherheit und der Werterhalt.“ Mehr Pflege kann sich grundsätzlich auch die Verwaltung gut vorstellen, das müsse am Ende aber vom Bürger bezahlt werden.

Die Stadtverwaltung erhält von der Dorstener Zeitung die Möglichkeit, zu den Umfrage-Ergebnissen Stellung zu nehmen. Die Erklärungen können oft nur zusammengefasst veröffentlicht werden. Vollständig nachzulesen sind sie auf der Website der Stadt: www.dorsten.de
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