Kritiker warnen: Dorsten droht der Kahlschlag

DORSTEN „CDU und FDP sind auf dem Holzweg!“ Das meinen zumindest Befürworter der Baumschutz-Satzung, die eine Abschaffung des städtischen Regelwerks, wie sie Christdemokraten und Liberale jetzt im Rat durchsetzen wollen, strikt ablehnen.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 25.11.2008, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Freie Bahn für die Motorsäge? Die Befürworter der Baumschutz-Satzung warnen vor dem großen Kahlschlag.

Freie Bahn für die Motorsäge? Die Befürworter der Baumschutz-Satzung warnen vor dem großen Kahlschlag.

Die angeführten Argumente seien vorwiegend Allgemeinplätze und von einem Bürokratie-Abbau könne keine Rede sein: „Durch die Baumschutz-Satzung wird nie und nimmer eine volle Stelle beansprucht,  denn es gibt im Jahr keine Hand voll wirklich aufwändige Fälle.“ Fragemann warnt vor Schnellschüssen: „Auch der Umweltausschuss muss sich mit dem Thema befassen.“ Michael Drescher, Vorsitzender des Dorstener Naturschutzbundes: „Das wird massive negative Auswirkungen haben. Weniger für den historischen alten Baum. An dem hängen die Leute. Der muss nur dran glauben, wenn das Haus verkauft wird. Aber Ordnungssinn und Bequemlichkeit werden uns pflegeleichte Einheitsgärten bescheren, in denen kaum Raum für Bäume ist.“

Auch eine Grüne sieht schwarz. „Herr Schwane irrt sich. In Schermbeck hat die Säge heftig gewütet, viele schöne Bäume sind ihr zum Opfer gefallen“, beklagt Susanne Fraund. Sie befürchtet desaströse Auswirkungen. „Das ist typisch: Alle zittern wegen des weltweiten Klimawandels, dann fällt im Herbst das Laub und es zählt nicht mehr, was Bäume als Wasserspeicher und Sauerstoff-Produzenten leisten.“ Nur feste Regeln könnten Rodungen verhindern. Susanne Fraund: „Denn leider sind längst nicht alle so umweltbewusst wie die Münsteraner – dort gibt es zwar keine Baumschutz-Satzung, aber zweistellige Wahlergebnisse der Grünen!“ 

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