Kündigung des Gitarrenlehrers war ein Missverständnis

Vergleich am Arbeitsgericht

Missklänge bei der städtischen Musikschule: Nach einer vermeintlichen Kündigung hat ein Gitarrenlehrer die Stadt auf Weiterbeschäftigung verklagt. Vor dem Herner Arbeitsgericht entpuppte sich die Angelegenheit am Donnerstag aber schnell als Sturm im Wasserglas.

Dorsten

27.04.2017, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Musiklehrer bezog sich in seiner Klage auf Irritationen nach einem Gespräch mit der Schulleitung am 3. März. Obwohl sein befristeter Mitarbeiter-Vertrag erst am 30. Januar bis Mitte 2018 verlängert worden war, war der Gitarrenlehrer danach jedenfalls der festen Überzeugung, gekündigt worden zu sein. Ein Missverständnis.

Rückläufige Schülerzahlen

Denn die Prozessvertreter der Stadt konnten hinsichtlich eines Rauswurfs jedenfalls nur mit den Schultern zucken. Wörtlich wurde zu Protokoll versichert: „Der Kläger sollte nicht gekündigt werden.“ Das Gespräch vom 3. März habe vielmehr einen perspektivischen Ansatz gehabt, denn die Zukunftsaussichten seien durch rückläufige Schülerzahlen eben nicht gerade rosig gewesen. Ein Stadt-Vertreter formulierte es so: „Dem Kläger sollte aus Gründen der Fairness frühzeitig die Information mit auf den Weg gegeben werden, dass wohl irgendwann auch eine Kündigung kommen kann.“

Wechsel der Führung

Erst den Vertrag verlängern, vier Wochen später plötzlich eine Kündigungswarnung aussprechen? Vonseiten des Gitarrenlehrers wird offen vermutet, dass der Grund für den Stimmungswandel im Wechsel der Führung der Musikschule liegen könnte. „Das Verhältnis zur Schulleitung war ja jahrelang immer bestens“, sagte Kläger-Anwalt Wolfgang Wesener. Dass vonseiten der Musikschule offenbar tatsächlich ein Umdenken bei der Position des Gitarrenlehrers stattgefunden hat, bestätigte auch die Stadt. 

Für den Ausgang des Prozesses spielten diese Gedanken aber nicht die geringste Rolle. Ohne Kündigung, kein Klageverfahren: Richterin Nadja Große-Wilde vermittelte zwischen dem Gitarrenlehrer und der Stadt einen Vergleich. Darin versichert die Stadt, das aktuelle Vertragswerk zu respektieren. Aussichten für eine darüber hinausgehende Beschäftigung sieht die Stadt aber nicht..

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