Kutscher Matthias Funke aus Dorsten war mit „Titanen on Tour“ für den Frieden

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Auf Friedenstour gen Russland traf der Dorstener Kutscher Matthias Funke auf Bären, fuhr mit einem Nationalteam im Planwagen und lernte Menschen kennen, die nur eins wollen: Zusammenhalt.

Dorsten

, 05.10.2018, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Matthias Funke und sein Kaltblüter Ursus haben zusammen schon so manche Tour gemeistert. Ein Abenteuer wie zuletzt hat der Dorstener Kutscher aber noch nicht erlebt. Fast vier Wochen lang war Funke Teil der Friedenstour „Titanen on Tour“, die von Brück in der Nähe von Potsdam ins russische Weliki Nowgorod führt.

2300 Kilometer lang war die Strecke

16 Kaltblüter, zwei Maultiere, acht Planwagengespanne und rund 2300 Kilometer Strecke durch sechs Länder: „Titanen on Tour“ ist eine Belastung für Mensch, Tier und Material. Deshalb hatte der Tross auch einen Tierarzt dabei und die Kutscher wechselten sich ab. Matthias Funke stieß auf der letzten Etappe dazu. Er flog nach Riga und fuhr von dort zum Treck nach Kaliningrad in Russland.

Erster Teil der Tour fand vor zehn Jahren statt

Teil eins der Tour liegt schon bald zehn Jahre zurück. 2009 machten sich Pferdefreunde des Kaltblut Zucht- und Sportvereins Brück in ihren Planwagen auf den Weg von Brügge nach Brück und folgten dabei den Spuren ihrer Vorfahren entlang der historischen Handelsroute Hellweg. Unter dem Motto „Europa sind wir - Pferde bringen Frieden“ setzen sich die Teilnehmer für ein friedliches Miteinander in Europa und mit Russland ein.

„Die ganze Stadt steht kopf“

An diesem Freitag (5.10.) soll der Treck sein Ziel, die russische Großstadt Weliki Nowgorod erreichen. Geplant ist ein feierlicher Empfang mit Vertretern aus Politik und Kirche. „Die machen einen Tag der offenen Tür für uns“, sagt Matthias Funke. „Die ganze Stadt steht wohl kopf.“ Er selbst kann nicht dabei sein, aus beruflichen Gründen musste Funke vorzeitig nach Dorsten zurückkehren.

Die Friedenstour stößt auf großes mediales Interesse in allen Ländern. „In den Dörfern und Städten wurden wir immer schon erwartet“, erzählt Matthias Funke. „Da haben uns zum Beispiel Trachtengruppen begrüßt, Bürgermeister und Stadträte waren auch immer dabei. Überall haben wir Wasser und Heu für die Pferde bekommen. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft waren enorm.“

Kutscher Matthias Funke aus Dorsten war mit „Titanen on Tour“ für den Frieden

Mittagspause für die Pferde im Wald zwischen Litauen und Lettland © privat

Die Erfahrungen mit den Menschen in Litauen, Estland, Lettland und Russland seien „zu einhundert Prozent positiv“ gewesen: „Die Leute sind unzufrieden mit der Politik“, so Funke. „Sie sagen, dass ihnen die Politik nicht das Leben bringt, das sie haben wollen. Deshalb müssten alle Länder zusammenhalten. Das kriegt man da fast jeden Tag zu hören.“

Mit der Nationalmannschaft im Planwagen

Funkes mehrwöchige Kutschfahrt durchs Baltikum war nicht arm an Kuriositäten. In Riga fuhr kurzerhand die lettische Frauen-Handballnationalmannschaft im Planwagen mit. Woanders warfen Menschen den Kutschern selbst gestrickte Socken in die Planwagen oder schenkten ihnen Hühner zum Verzehr.

Eine tierische Begegnung der besonderen Art erlebte Funke in Estland. „Nachbarn haben uns vor der Übernachtung schon gewarnt, die Pferde nicht alleine stehen zu lassen, weil eine Bärin mit zwei Jungen in der Gegend unterwegs sei“, erzählt er. „Wir haben dann Lagerfeuer gemacht und Nachtwache gehalten.“ Die Bärin sei dann auch sehr bald aufgetaucht, sei aber nicht ganz bis ans Camp gekommen. „Wir haben sie nur gehört, aber am nächsten Tag Spuren gefunden. Die war keine 150 Meter von uns entfernt.“

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