Lang ersehnter Drogeriemarkt am Zechengelände in den Startlöchern

rnCreativ-Quartier

Drogeriemarkt, Café, Wohnen - am mittleren Kreisverkehr zum ehemaligen Zechengelände in Dorsten tut sich bald etwas. Nicht die einzige Neuigkeit aus dem Creativ-Quartier Fürst Leopold.

Dorsten

, 10.10.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

In die Planungen für den Drogeriemarkt in Hervest ist jetzt konkret Bewegung gekommen: Wenn alles glatt läuft, könnte schon Anfang des nächsten Jahres mit den Bauarbeiten für ein dementsprechendes Wohn- und Geschäftshaus am Kreisverkehr Halterner Straße/Zechenstraße begonnen werden.

Wie Vanessa Tempelmann, als Vorstandsmitglied der Ruhrstadt-Stiftung verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des dortigen Creativ-Quartiers Fürst Leopold, gegenüber unserer Redaktion erklärte, habe ein niederländischer Projektentwickler vor ein paar Monaten von der Tempelmann-Gruppe das bislang noch mit Gehölz bewachsene Eck-Grundstück schräg gegenüber vom dortigen Aldi-Markt erworben.

Trittstein-Lösung

Politik und Verwaltung hatten dieses Areal als sogenannte „Trittstein-Lösung“ für eine solche Drogeriemarkt-Ansiedlung favorisiert: als „Brückenschlag“ zwischen der darbenden Hervester Einkaufsstraße „Im Harsewinkel“ und dem Zechengelände.

Ein Bauantrag bei der Stadt sei bereits gestellt, hieß es. „Gemeinsam mit dem neuen Eigentümer wird derzeit die Realisierung der geplanten Trittsteinlösung verfolgt“, bestätigte die Pressestelle der Stadt, ohne detaillierte Informationen zu geben.

Im Internet finden sich bereits Visualisierungen des am Hervester Kreisverkehr an der Zechenstraße geplanten Wohn- und Geschäftshauses.

Im Internet finden sich bereits Visualisierungen des am Hervester Kreisverkehr an der Zechenstraße geplanten Wohn- und Geschäftshauses. © Privat

Welche Drogerie-Kette zum Zuge kommt, ist noch nicht offiziell bekannt. Dem Vernehmen soll das Unternehmen „dm“ Favorit sein. Eine Bitte um Bestätigung ließ „dm“ auf unserer schriftliche Anfrage hin bislang unbeantwortet.

Im Internet finden sich bereits weitere Pläne. Auf der Homepage des Projektentwicklers „Aqui-Visons“ wird das in Zusammenarbeit mit zwei niederländischen Investoren vom Büro „IAA Architecten“ entworfene Projekt unter dem Namen „Leopold I“ vorgestellt.

Auch Café und Tagespflege geplant

Demzufolge wird ein V-förmiges Gebäude mit 4.027 Quadratmeter Grundflächenanteil und einem Garten im Innenhof errichtet. Im Erdgeschoss sind neben dem Drogeriemarkt eine Senioren-Tagespflege sowie ein Café mit Außengastronomie geplant.

Im Drei-Etagen-Trakt sollen 21 Service-Apartments mit jeweils zwei Zimmern entstehen, während der andere Flügel auf zwei Etagen Platz für zwei Senioren-Wohngruppen mit jeweils zwölf Personen bietet.

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Dies ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Creativ-Quartier. Auch in der „ewigen Geschichte“ um das unter der sogenannten Weißkaue geplante „Proberaumzentrum Untertage“ könnte bald etwas passieren. „Wir sind in der finalen Phase der Planungen für die Lüftungsanlage“, so Vanessa Tempelmann.

Eröffnung wohl im Frühjahr

Denn der Einbau der Lüftungstechnik in dem denkmalgeschützten Gebäude habe sich als so schwere Hürde entpuppt, dass sich die Eröffnung des Proberaumzentrums so lange verzögert habe. Spätestens im Frühjahr des nächsten Jahres soll Betreiber Alfred Wüst die Räumlichkeiten eröffnen können.

In der früheren Lampenstube gegen die Umbauarbeiten für die Hotelzimmer voran.

In der früheren Lampenstube gehen die Umbauarbeiten für die Hotelzimmer voran. © Michael Klein

Zeitgleich soll das Hotel in den beiden oberen Etagen oberhalb des Büfett-Restaurants „Factory“ eröffnet werden. Der Umbau des Hotel-Traktes ist inzwischen gut vorangeschritten, oben in der früher offenen Lampenstube sind beispielsweise die Zimmer inklusive der Badezimmer bereits baulich abgeteilt.

Kronleuchter in der Lohnhalle

Und auch unten in der Lohnhalle, die später als Hotel-Lobby fungieren wird, gibt es schon Veränderungen: In der Traverse hängt ein riesiger Kronleuchter von der Treppe herab und eine neue Beleuchtung, die die alten Neonröhren abgelöst hat, ist auch installiert.

Und die ersten Hotelvorbuchungen gibt es auch bereits: „Für Hochzeitsgäste und Teilnehmer anderer Veranstaltungen, die im nächsten Jahr in der Traumfänger-Galerie geplant sind.“ So die Coronakrise es will.

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Apropos Corona: Die Coronakrise hat auch dem Creativ-Quartier Fürst Leopold und dessen Veranstaltungsmanager Hans Schuster einen heftigen Schlag ins Kontor verpasst. Seit dem Lockdown keine Partys mehr, keine US-Car-Treffen und viele andere gebuchte Termine fielen ebenfalls flach. So langsam beginnt das gewerbliche Veranstaltungsgeschäft wieder: Hochzeitsmesse, Modellbau-Markt und „Weiberkram“-Flohmarkt.

„Gut aus der Krise herausgekommen“

Ansonsten ist Vanessa Tempelmann froh, dass die Restaurants auf dem Gelände „gut aus der Krise herausgekommen sind“ - und inzwischen wieder gut besucht seien. Und: „Bei unseren Mietern haben wir wegen der Coronakrise nur einen Abgang zu verzeichnen“, sagt sie - ein Hochzeitsfotograf habe wegen ausbleibender Aufträge seine Studioräume gekündigt.

Im Kesselhaus fanden kürzlich Aufräumarbeiten statt.

Im Kesselhaus fanden kürzlich Aufräumarbeiten statt. © Privat

Aktivitäten hat es übrigens kürzlich im denkmalgeschützten Kesselhaus gegenüber dem Verwaltungsgebäude gegeben. „Wir haben es schon mal leer geräumt und dabei eine Menge Schutt und Müll entsorgt“, sagt Vanesa Tempelmann.

Wann es hier mit dem Umbau losgeht? Noch nicht bekannt, man wartet auf die Baugenehmigung. „Aber wir haben kürzlich ein gutes Gespräch mit dem Leiter des städtischen Planungsamts geführt.“

Zunächst nur das Erdgeschoss

Damit es schneller losgehen kann, soll zunächst nur das Erdgeschoss neu genutzt werden. Gewehr bei Fuß steht weiterhin ein „Büfett-China-Restaurant“, das wohl die komplette Fläche nutzen wird. Die geplante Vinothek im Gebäude ist zunächst vom Tisch, die dafür vorgesehenen Betreiber des Restaurants „Mezzomar“ haben wegen der Corona-Unsicherheiten abgesagt.

Und auch die Kino-Pläne im Kesselhaus samt geplantem Anbau hätten sich inzwischen wegen der Coronakrise und der Denkmalschutz-Auflagen zerschlagen.

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