Prinz Alexander von Anhalt sucht Personal für seinen Swingerclub „Villa Palazzo“ in Dorsten, allerdings eher außerhalb des Gebäudes. © Marco Stepniak
Villa Palazzo

„Legendärer“ Swingerclub bleibt geschlossen, aber Spielhalle ist verboten

Die Villa Palazzo in Dorsten, ein bundesweit bekannter Swingerclub, ist seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen. Wie es weitergeht, ist unklar, doch der Betreiber sucht trotzdem Personal.

Wenn es um die Villa Palazzo geht, geizt Prinz Alexander von Anhalt nicht mit Superlativen. Als „Deutschlands legendärsten Swingerclub“ hat er mal das pompöse Etablissement am Burenkamp im Dorstener Stadtteil Wulfen bezeichnet, weil da auch so viele Promis ein- und ausgehen. Das war vor Corona, als das Leben noch deutlich freizügiger war.

Seit anderthalb Jahren ist die Villa Palazzo mittlerweile geschlossen. „Zwangsläufig“, betont Prinz Alexander. „Corona hat mich flachgelegt.“ Jetzt sind die Regeln wieder gelockert, doch der Adoptivsohn von Hollywood-Prinz Frederic von Anhalt und der verstorbenen Schauspielerin Zsa Zsa Gabor ziert sich. „Ich warte noch ein bisschen ab, auch zum Schutz der Gäste und des Personals.“ Außerdem habe er beruflich gerade viel um die Ohren.

Die „Villa Palazzo“, ein Swingerclub am Burenkamp in Wulfen, ist seit anderthalb Jahren geschlossen. © Guido Bludau (Archiv) © Guido Bludau (Archiv)

Stellenanzeige via „Bild“

Im Club ruht also der Verkehr, draußen könnte es aber etwas lebhafter zugehen, meint der Mann, der vor 50 Jahren als Markus Schappalaer in Dorsten geboren wurde, als Bergmann arbeitete und mit Ehefrau Justine seit Jahren in Lembeck lebt. Für die „Bild“ hat er sich in einen weißen Kunstfellmantel geworfen und mit einem Rasenmäher mehr oder minder erfolgreich die Wiese auf dem Villa-Anwesen gemäht. Damit wirklich jeder versteht, um was es geht.

„Zwei Gärtner“ hätte er nämlich gerne, die das Grün für den Blaublütigen auf Vordermann bringen, findet sie aber nicht. Zumindest keine geeigneten. „Ich zahle pro Stunde 50 Cent über Mindestlohn“, verspricht der Prinz und zündet sich für das Boulevardblatt standesgemäß eine dicke Zigarre an.

Spielhallen-Pläne liegen auf Eis

Wann die Gäste des Swingerclubs das gepflegte Äußere wertschätzen können, ist allerdings ungewiss. „Wohl nicht mehr in diesem Jahr“, sagt der Hausherr. Stattdessen hat Prinz Alexander von Anhalt, Graf von Askanien, Herzog zu Sachsen und Westfalen – so der vollständige Titel – aus einem Teil der ehrwürdigen Villa eine Spielhalle gemacht. Kronleuchter und Seidenvorhänge dürfen da nicht fehlen, doch eröffnen darf er den noblen Glücksspielort nicht. „Die Stadt hat keine Genehmigung erteilt“, sagt der Prinz merklich verärgert.

Die Spielhalle in der Villa Palazzo, mit Seidenvorhängen und Kronleuchter, ist fertig, doch eröffnen darf sie Prinz Alexander von Anhalt nicht. © privat © privat

Derzeit verdient er an anderer Stelle sein Geld mit Casinos, Prosecco aus Dosen und Luxusimmobilien. Im Frühjahr lebte Alexander von Anhalt für RTL 2 ein paar Tage unter Obdachlosen und verzichtete auf jeden Luxus – „eine Grenzerfahrung“, wie er anschließend sagte. Jetzt verhandelt er gerade mit mehreren TV-Sendern, dabei soll es um „ein royal-verrücktes Ehepaar“ gehen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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