Leitlinien zu Leistungen

Kodex des Elisabeth-Krankenhauses

Das Dorstener Krankenhaus und die drei weiteren Häuser des KLinikverbundes KKRN Ruhrgebiet-Nord handeln nach Leitlinien, unter welchen Bedingungen und Umständen Leistungen von Pharmaunternehmen in Anspruch genommen werden. Diese Leitlinien sollen noch in diesem Jahr in einem Kodex schriftlich festgehalten werden,

Dorsten

, 21.07.2016, 16:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Leitlinien zu Leistungen

Dr. Wilhelm Gross-Weege ist Ärztlicher Direktor des St.-Elisabeth-Krankenhauses Dorsten.

"Darin schreiben wir, für jeden nachvollziehbar, nieder, was wir bisher schon praktizieren", sagt der Kaufmänmnische Leiter des Hauses, Guido Bunten, auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Ärztliche Direktor des Elisabeth-Krankenhauses Dorsten, Wilhelm Gross-Weege, nennt vier Beispiele: Studien, Symposien, Vorträge und Einladungen. „Alle Konstellationen sind transparent für den Dienstgeber und müssen sowohl von dem Ärztlichen Leiter als auch von dem Dienstgeber geprüft und unterzeichnet werden.“

  •  Bei Studien werde er stets um eine Einschätzung gebeten: „Studien sind sehr zeitaufwendig und personalintensiv. Es werden bereits auf dem Markt zugelassene Medikamente nach strengen Kriterien an Patienten erprobt, die eingehend informiert worden sind“, sagt Gross-Weege. Anwendungsbeobachtungen würden meist in inneren Abteilungen wie Pneumologie oder Kardiologie und nach klaren Absprachen durchgeführt: „Diesen beiden Abteilungen sind deshalb in 2015 Honorare, Reisekosten und Tagungsgebühren von insgesamt 4831 Euro zugeflossen. Die Honorare würden den Abteilungskonten zugewiesen und dienten weiteren Fortbildungen. Studien werden, so Gross-Weege, wegen des hohen Aufwandes und der eng gefassten Kriterien aber „selten“ gemacht.
  •  Zum Symposium bittet das KKRN einmal jährlich und nimmt dabei die Unterstützung der Industrie in Anspruch. „Mit dem Geld werden Fachexperten eingeladen, die einen Vortrag halten, und das Catering wird damit bezahlt“, sagen die Krankenhauschefs. KKRN und Industrie und KKRN und Experten schlössen dazu Verträge.
  •  Zu Vorträgen werden angestellte Ärzte eingeladen, wenn sie sich „Expertenwissen auf ihrem Fachgebiet erarbeitet haben“: „Dafür wird ein Honorar gezahlt, außerdem werden zum Teil Übernachtungs- und Reisekosten erstattet, aber die Unternehmen bekommen dafür eine Gegenleistung“, betont Wilhelm Gross-Weege.
  •  Einladungen nehmen einzelne Ärzte zu Symposien zur neuen Medizintechnik, Behandlungsmethoden oder Medikamenten an: „Ärzte, die daran teilnehmen wollen, brauchen eine Genehmigung der Geschäftsführung und des Chefarztes.“ Solche Einladungen würden zweimal jährlich angenommen, zum Beispiel von Ärzten der Abteilung für Urologie oder Chirurgie, die Pflichtteilnahmen an Fortbildungen nachweisen müssten.
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