So stellt sich Levis Europas größtes Logistikzentrum im Industriegebiet Große Heide auf dem ehemaligen Wulfener Zechengelände vor. © Quadrant4
Im Industriepark Wulfen

Levi’s Logistikzentrum: Gearbeitet wird rund um die Uhr in drei Schichten

Levi Strauss hat mal Kleidung für Grubenarbeiter produziert. So gesehen ist dem Jeans-Hersteller der neue Logistik-Standort auf dem ehemaligen Zechengelände Wulfen auf den Leib geschnitten.

Levi Strauss & Co. errichtet auf 155.000 Quadratmetern Fläche auf dem ehemaligen Zechengelände in Wulfen eine der größten Logistikdrehscheiben Europas für seine Fashionartikel und Accessoires. Hier führt „Lieweiß“ oder „Lewiss“, beide phonetischen Sprechweisen sind auf gut Deutsch zulässig, sämtliche Logistikprozesse zusammen, um „Lieferzeiten zu verkürzen und Wachstumsraten zu beschleunigen“.

Dass sich der als Jeanshersteller bekannte multi-nationale Konzern ausgerechnet im neuen Industriegebiet in Wulfen zwischen A31 und A43 niederlässt, ist der hervorragenden Anbindung an die Infrastruktur geschuldet und für die Stadt Dorsten ein grandioser Zugewinn.

Torsten Mueller, der für das neue Levi’s-Verteilzentrum (Distributionszentrum) zuständige Mann, plauderte am Dienstagabend in der Wulfen-Konferenz ein wenig aus dem Nähkästchen, was sein Unternehmen in Wulfen vorhat. Zum Beispiel werden Levi’s-Transportunternehmen die Waren vom Duisburger Hafen, wo die Textilien und Accessoires aus Fernost eintreffen, mit Lkw nach Dorsten transportieren.

Wasserstofftankstelle und E-Ladesäulen

„Und die sollen möglichst als E-Lastwagen bzw. mit Wasserstoffantrieb unterwegs sein, um die Umweltbelastung gering zu halten“, kündigte Mueller an. Auf dem Firmengelände wird es wahrscheinlich eine Wasserstofftankstelle und Ladestationen für Lkw geben. So will sich Levi’s emissionsarm und nachhaltig am Standort Wulfen aufstellen und verspricht außerdem, keine giftigen Substanzen einzusetzen. Produziert und verkauft wird in Wulfen ohnehin nichts, aber: „Verpackt und verteilt.“

„Wir wollen Anfang 2024 unseren Betrieb eröffnen und in Phase eins mit bis zu 100 Mitarbeitern an den Start gehen“, sagte Mueller. In Phase zwei sollen es dann zwischen 200 und 400 Beschäftigte sein. Am Ende werden bis zu 650 Menschen für Levi’s Dorsten arbeiten.

Gearbeitet wird im Drei-Schichten-Betrieb, also rund um die Uhr. Levi’s wird Mitarbeiter im kaufmännischen, im gewerblichen Bereich und in der Logistik brauchen. Eine Riesenchance für alle, die in Dorsten und Umgebung auf Arbeitssuche sind. Torsten Mueller: „Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein.“

Futuristisch mutet das Verteilzentrum an, es sieht nicht wie eine klassische Lager- oder Produktionshalle aus. © Quadrant4 © Quadrant4

Eine klassische Lagerhalle werden die Dorstener nicht zu sehen bekommen. Der Neubau mutet futuristisch an, mit Fotovoltaikzellen auf dem Dach. Die Stadt gibt alles, damit das Unternehmen seinen Zeitplan einhalten kann. Stadtbaurat Holger Lohse dazu: „Die Baugenehmigung wird es wohl noch im November 2021 geben, die Bauanträge sind im Rathaus im Umlaufverfahren.“ Grünschnitt, provisorischer Straßenbau im Industriepark Große Heide für Baufahrzeuge und zeitnahe Arbeiten am Fuß- und Radweg läuten den Baustart ein. Im April 2022 kann Levi’s dann loslegen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel