Liebe wartete im Klassenraum

Michelle und Sebastian

Sie hatte ihren Bus verpasst und kam zu spät zur Schule. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem die angehende Erzieherin Michelle in eine neue Klasse am Paul-Spiegel-Berufskolleg wechselte. Und da saß er dann, Sebastian, und lachte. „Ich fand ihn direkt sympathisch“, erinnert sich die 23-Jährige. Dass der große ruhige Typ der Mann ihres Lebens werden sollte, ahnte die kleine quirlige Frau da aber noch nicht.

DORSTEN

, 07.02.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Liebe wartete im Klassenraum

Sebastian und Michelle sind glücklich miteinander und mit ihrem kleinen Wonneproppen Jonah.

„Zunächst gingen wir einfach nur in eine Klasse, quatschten ab und zu. Aber auch nur über die Schule: Wie weit bist du mit deinem Referat? Was hast du in der Arbeit?“, erzählt Michelle. Sebastian mochte seine neue Klassenkameradin gut leiden. „Aber ich dachte immer, dass sie einen Freund hat.“ Und einfach mal fragen, das konnte man ja auch schlecht. Dann stand die Klassenfahrt an und er erfuhr, dass Michelle Single war. „Das eröffnet ja ganz neue Herangehensweisen“, dachte er sich und lacht heute darüber.

Erstmal ein Geheimnis

Aber mehr als ein paar zaghafte Annäherungsversuche gab es nicht. Das änderte sich am 21. Januar 2015, als die beiden wieder zu Hause waren. „Wir trafen uns auf einen Kaffee, reden und redeten und irgendwann küsste er mich“, erinnert sich Michelle. Auch wegen ihres Größenunterschiedes von knapp einem halben Meter – 1,55 (sie) und 2 Meter (er) – wollten sie es in der Schule geheimhalten. „Da kommt die Kurze mit dem Langen – das wollten wir nicht hören.“ Ihnen selbst fällt der Unterschied indes gar nicht so auf. „Manchmal hab ich Rückenschmerzen“, scherzt Sebastian. „Dann hol ich mir einen Stuhl“, sagt seine Freundin.

Lange konnten die beiden ihre Verliebtheit aber nicht geheimhalten: Michelle wurde schwanger. Jonah, der kleine Wonneproppen, ist mittlerweile 14 Monate alt. Und die beiden sind ganz verliebt – in ihren Nachwuchs, aber auch immer noch ineinander. „Sebastian ist mein Ruhepol. Er holt mich immer auf den Boden zurück und unterstützt mich, egal, wann ich ihn brauche“, sagt Michelle lächelnd. „Wir geben uns gegenseitig Kraft und sie hat ein Lächeln, dass mich immer wieder sofort verzaubert“, sagt er und: „Sie ist eine ganz wunderbare Mutter.“

Sohn Nummer 2

Das wird die 23-Jährige bald doppelt unter Beweis stellen können: Im April kommt Sohn Nummer 2 auf die Welt. „Wir machen das in zwei Jahren, was andere in 20 machen“, sagt Sebastian lachend, stellt aber auch klar: „Danach sind wir mit der Familienbildung erstmal fertig – und mit den Nerven auch.“

Ein drittes Kind im dritten Jahr – das soll es nicht geben. Aller guten Dinge sind zwei, sagen sich Michelle und Sebastian. Deswegen haben sie sich auch ein zweites Mal für die Traumhochzeit bei der Dorstener Zeitung beworben und hoffen jetzt auf viele Stimmen von ihren Freunden und der Familie.  

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