Stefan Diebäcker kommentiert die möglichen Live-Übertragungen von Ratssitzungen. © Montage Martin Klose
Meinung

Live aus dem Ratssaal? Das Internet ist nicht nur böse

Die politischen Sitzungen in Dorsten sind größtenteils öffentlich. Doch was heißt „öffentlich“, wenn kaum jemand hingeht? Wer Reichweite will, muss digitaler werden - mit Einschränkungen.

Das digitale Zeitalter ist in der Dorstener Politik noch nicht angekommen. Homepages sind nicht auf dem aktuellen Stand, Social Media kennen manche Ratsmitglieder nur vom Hörensagen. Das ist Politik aus dem letzten Jahrhundert. Das Internet jedoch ist nicht nur böse, es kann sogar sehr hilfreich sein.

Dann nämlich, wenn man es für seine Zwecke zu nutzen weiß. Wenn man Parolen und Fake News die Stirn bietet, nicht andere für sich sprechen lässt, sondern selber sagt, was wirklich Sache ist. Dorstens Bürgermeister macht das seit Jahren mit – zugegeben – extrem hohem Aufwand. So intensiv muss die digitale politische Arbeit gar nicht sein, erst recht nicht, wenn man sie ehrenamtlich macht.

Gesicht zeigen nicht nur im Wahlkampf

Aber Gesicht muss man schon zeigen wollen. Nicht nur im Wahlkampf auf Plakaten im öffentlichen Raum, bei Hausbesuchen oder beim Verteilen von Flyern an Infoständen. Sondern auch, wenn Entscheidungen zu treffen sind, Positionen verdeutlicht werden müssen. Auch dort, wo viele Wählerinnen und Wähler viel Zeit verbringen: im Internet.

Wer das nicht möchte, und dieses Recht muss man natürlich jedem zubilligen, findet in der Debatte zumindest online nicht statt. Schade eigentlich.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker