Mädchen sein ist nicht einfach

Schermbeck Ob die Kilianer heimlich oder öffentlich sündigen ist egal.

18.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein paar Spitzel der Kiliangilde Schermbeck von 1602 registrieren während der Feiertage stets alles so akribisch, dass beim Bataillonsnachmittag am Kilian-Dienstag immer genügend Straftäter ins Karree der Schützen im Festzelt müssen, um für ihre Sünden zu büßen.

Spieß Michael Nissing und - mit stark angekratzter Stimme - Offizier Christian Hötting bereitete es sichtlich Freude, die Täter vorzuführen, und etwa 250 Zuschauer genossen das traditionelle Spektakel am Ende des fünftägigen Festes ebenso.

Den Traum des Fahnenträgers Marius Braun, bei heißem Kilianwetter wegen der leichten Kleidung ein Reitermädel zu sein, konnten die Kilianer leicht erfüllen. "Wer schön sein will muss leiden", sagt der Volksmund und hatte diesmal ganz besonders Recht. Das Schminken mit Lippenstift genoss der Fahnenträger mit gekonntem Augenaufschlag noch sichtlich, aber als ihm zwei Reitermädels die Oberschenkel mit Klebepflaster enthaarten, zuckte er doch mehrfach erbärmlich zusammen.

Wer beim Zapfenstreich verspätet erscheint, dabei seinen Hut noch verkehrt herum auf dem Kopf sitzen hat und schließlich als Kilianer noch niemals im Mühlenteich gebadet hat, ist für die Vorbestrafung prädestiniert. Wenig später saß Carsten Schledorn im Planschbecken..

Tänzer im Karree

Kilianer stehen zu ihren Sünden, und so verweigerte auch im nächsten Strafakt keiner der Angesprochenen die Nennung seines Namens, als Christian Hötting jeden Täter unter vier Namen den richtigen aussuchen ließ.

Weil sich Schüppenstiels Jörn ("Speedy") Iwanowski und Christopher Seibel gerne entkleiden, konnten sie im Karree als Tänzer ersteigert werden. Viel Spaß und eine wahnsinnige Wasserschlacht gab´s beim Kutschenspiel. Der nasse Akt war vorauszusehen, denn die Kilianer schenkten jedem Spender für die nächstjährige Kinderbelustigung einen Wasserbomben-Berechtigungschein. Diese Bomben flogen übers und mitten ins Kutschenspiel und wurden von den jenseits sitzenden Schüppenschützen so mit Wasser überschüttet, dass im nächsten Jahr zur Steigerung des Events nur noch eine Auslagerung in den Mühlenteich erfolgen kann. H.Sch.

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