Die Deutener Kinder können auf dem Störtebecker-Piraten-Klettergerüst hoch hinaus. © Michael Klein
Spielplatz

Mamas und Papas bauen für die Kinder einen schönen Dorf-Spielplatz

Der Spielpatz auf einem Dorf-Schulhof in Dorsten hatte neue Spielgeräte bitter nötig. Weil sie nicht länger warten wollten, nahmen die Eltern mit viel Mithilfe das Heft selbst in die Hand.

Lukas, Jonas, Jakob und Ida klettern auf dem langen Holzgestell mit seinen schwierigen Passagen geschickt von einem Ende zum anderen. „Nibelungenland“ heißt dieses Balancier- und Klettergerüst, das auf dem Schulhof der Deutener Grundschule kurz vor den Osterferien für die Kinder freigegeben worden ist.

Lukas, Jonas, Jakob und Ida haben nicht nur große Freude an dem Spielgerät. Sie sind auch mächtig stolz. Immerhin haben ihre eigenen Mamas und Papas dafür gesorgt, dass der zentrale Dorf-Spielplatz in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich an Attraktivität gewonnen hat.

„Die Stadt wollte den Spielplatz erst 2023 mit neuen Geräten bestücken“, sagt Dennis Winkowski, der Vorsitzende des „Fördervereins Grundschule“. Und vor 2023 werden auch nicht die Dorferneuerungs-Pläne für die neue Mitte in Deuten umgesetzt, bei denen auch Teile des Schulhofs der Grundschule ein neues Gesicht erhalten sollen.

Einfach schon mal angefangen

„Und deshalb haben wir Eltern einfach schon mal angefangen und das angeschafft, was wir für wichtig erachten“, erzählt der Vater. „Denn 2023 sind einige unserer Kinder gar nicht mehr auf der Schule und wer weiß, ob es dann überhaupt genügend Fördermittel gibt, den kompletten Schulhof zu gestalten.“

Geld von der Vitalregion Hohe Mark

Nur ein, zwei Klettergerüste standen noch auf dem Gelände, als der Vorstand des Fördervereins im Sommer vergangenen Jahres das Heft in die Hand genommen hatte. Dabei profitierten die Aktiven von dem Förderprojekt „Vitalregion Hohe Mark“, dem auch Dorsten mit seinen nördlichen Stadtteilen angeschlossen ist.

„In unserem Regionalbudget waren auch noch kurzfristig 15.000 Euro an Mitteln frei“, sagt Regionalmanagerin Josephine Kißmer. Wegen der Förderrichtlinien musste jedoch alles sehr schnell gehen. „Es war ein echter Kraftakt, doch alle haben an einem Strang gezogen“, sagt Dennis Winskowski.

Tatkräftige Unterstützung

Die zuständigen Abteilungen der Stadt hätten sich sehr ins Zeug gelegt, auch die nötigen tatkräftigen Unterstützer aus dem Dorf waren sofort dabei: zehn bis 15 Elternpaare, dazu Garten- und Landschaftsbauer Markus Hüsken, der ebenso unentgeltlich „geackert“ hat wie der Deutener Landwirt Heiner Jungeblodt, der seinen Hof als Lagerstätte und seine Trecker für die Erdarbeiten zur Verfügung gestellt hat und auch der Landschaftsgärtner Andreas Breuker war mit im Team.

„Wir haben bestimmt 100 Kubikmeter Erdreich bewegt“, sagt Markus Hüsken. Und Dennis Winskowski schätzt: „Die gemeinsame Muskelkraft und das technische Know-How waren umgerechnet um die 25.000 Euro Wert.“

Von links: Dennis Winskowski (Vorsitzender Förderverein Grundschule Deuten), Markus Hüsken (Garten- und Landschaftsbau), Kimßmer (Vitalregion Hohe Mark) und Heike Lippert-Knospe (Schulleiterin Grundschule) freuen sich über die neuen Spielgeräte.
Von links: Dennis Winskowski (Vorsitzender Förderverein Grundschule Deuten), Markus Hüsken (Garten- und Landschaftsbau), Kimßmer (Vitalregion Hohe Mark) und Heike Lippert-Knospe (Schulleiterin Grundschule) freuen sich über die neuen Spielgeräte. © Michael Klein © Michael Klein

Der Förderverein legte 10.000 Euro an Eigenmitteln aus der Vereinskasse drauf, auch Privatleute sowie der Verein „Dorsten dankt Dir“ und der „Arbeitskreis Jugend“ spendeten Geld. So kamen weitere fast 5.000 Euro zusammen, mit denen neben dem „Nibelungenland“ ein hoher „Störtebecker-Piratenturm“ zum Klettern und eine Doppelschaukel angeschafft werden konnten.

Dorf-Treffpunkt

Der Schulhof sei nun „Dorf-Spielplatz“ und Treffpunkt in einem, betonen die Beteiligten. „Nicht nur viele Kinder sind jeden Tag hier, auch Jugendliche treffen sich am Schulhof zum Basketball spielen“, sagt Schulleiterin Heike Lippert-Knospe. Sie freut sich besonders über das Engagement des Fördervereins: „Das kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn die Kinder haben viele Einbußen in dieser schwierigen Zeit und sich das wirklich verdient.“

Doch der Schulhof soll in den nächsten Jahren noch schöner werden. Eine Art „Rallyeweg“ soll sich über das Gelände schlängeln und in Richtung Kirchplatz soll sich das Areal mit Rondell, Natur-Spielplatz und „grünem Klassenzimmer“ zur neuen Dorfmitte vereinen – die nötigen Fördermittel aus dem „Dorferneuerungsprogramm“ vorausgesetzt.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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