Manfred Hürland hat Hennen "adoptiert"

Rettung aus Massentierhaltung

"Rettet das Huhn" heißt der Verein, der aussortierte Legehennen aus Massentierhaltung vor dem Schlachthof rettet und an tierliebe Menschen vermittelt. Auch Manfred Hürland "adoptierte" fünf Hühner und päppelt sie zu Hause auf.

Feldmark

, 23.05.2017, 15:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zögerlich staksen die gerupften Hennen durch das Auslaufgelände ihres schönen Domizils, als wollten sie ihrer neu gewonnenen Freiheit noch nicht so recht trauen. Manfred Hürland wundert´s nicht: „Schließlich haben sie die rund 17 Monate ihres bisherigen Lebens in Legebatterien verbracht und im Akkord Eier gelegt. Neun Hühner zusammengepfercht auf einem Quadratmeter.“

Trauriger Anblick

Diese Umstände erklären auch den traurigen Anblick der Tiere: Kahle Stellen an Brust und Hinterteil, verschmutztes Federkleid, und der landläufig oft gerühmte „stolze Kamm“ des Federviehs schlabbert um ihre Köpfe, als wollten sie sich dahinter verstecken. „45 Millionen Legehennen sterben pro Jahr allein in Deutschland, sobald ihre Legeleistung nachlässt“, wurde Manfred Hürland dank eines Zeitungsberichts auf die Aktion „Rettet das Huhn e.V.“ aufmerksam. Der Verein übernimmt die zu diesem Zeitpunkt circa 16 bis 17 Monate jungen Tiere und vermittelt sie an tierliebe Menschen weiter, wie beispielsweise an Manfred Hürland.

1600 vorbestellte Hennen

„Ich habe mich im März bei der für den Raum Marl zuständigen Vermittlerin Birgit Raukamp für fünf Adoptiv-Hühner angemeldet.“ Kurz darauf erhielt er den 20. Mai als Termin für die nächste Verteilung. 1600 vorbestellte Hennen wurden an diesem Tag gegen Spenden in ein neues Leben entlassen, darunter drei braune und zwei weiße, die Manfred Hürland in seinem Kofferraum mit nach Hause nahm. „Fünf Hühner sind bei 45 Millionen geschlachteten Tieren natürlich ein verschwindend geringer Teil, aber es sind fünf gerettete Leben – und das beruhigt ein wenig das schlechte Gewissen“, kommentiert der „Adoptivvater“.

Die beiden wohlgenährten Königsberger Rasse-Hennen aus Hürlands Altbestand forderten bei der Ankunft der gerupften Neu-Bewohner allerdings sofort ihre älteren Rechte ein und gaben mit gezieltem Schnabelattacken unmissverständlich kund, wer im Stall das Sagen hat. „Das wird sich schon einrenken“, ist Manfred Hürland zuversichtlich, dass seine geschnäbelten Schützlinge in ihrem neuen artgerechten Leben noch viel zu gackern haben – und stressfrei Eier legen.

Birgit Raukamp ist für die Aktion "Rettet das Huhn" seit einem Jahr Ansprechpartnerin für den Raum Marl. Sie freut sich, dass immer mehr tierliebe Menschen, auch aus Dorsten, Rhade, Raesfeld und Umgebung, Tiere übernehmen. Die nächste Rettungsaktion findet im Oktober statt. Infos und Kontakt gibt es .

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