Mann begrapscht Jugendliche unsittlich an Bushaltestelle - Eltern verfolgen den Täter

rnGerichtsprozess

Eine Dorstener Auszubildende und ihr kleiner Bruder wurden an einer Bushaltestelle Opfer eines sexuellen Übergriffs. Als die Eltern davon erfuhren, handelten sie schnell.

Dorsten

, 15.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 16-Jährige aus Holsterhausen hatte nachmittags Besuch von einer Freundin - gemeinsam mit ihrem neunjährigen Bruder begleitete sie diese gegen 18 Uhr zur Bushaltestelle. Nachdem der Bus abgefahren war, hatte das Geschwisterpaar ein Erlebnis der fiesen Art: Denn ein betrunkener Mann begrapschte die Jugendliche und küsste ihren kleinen Bruder. Jetzt musste sich der 39-jährige Täter für diese sexuellen Übergriffe am 23. Mai des vergangenen Jahres vor dem Dorstener Schöffengericht verantworten.

„Wollte nur weg“

„Ich wollte damals einfach nur weg“, betonte die inzwischen 17-jährige Auszubildende. Doch der Angeklagte hielt sie fest, umarmte sie, gab ihr einen Kuss auf den Mund und griff ihr dabei zwischen die Beine in den Intimbereich, erzählte sie mit leiser Stimme im Gerichtssaal . „Der Mann hat sehr nach Alkohol gerochen“, sagte ihr Bruder aus. Der Täter habe seine Hand geküsst und dann auch seinen Hals: „Das fand ich echt nicht gut.“

Als der Mann schließlich verschwand, liefen die Geschwister nach Hause und erzählten dort von den Geschehnissen. Ihre Eltern informierten die Polizei und machte sich sofort selbst auf die Suche nach dem Mann. „An einer Kreuzung haben wir ihn dann entdeckt“, berichtete die Mutter: „Auch dort redete er auf ein Mädchen ein und betatschte es.“

Angeklagter streitet ab

Der Täter, ein 39-jähriger Pole, der seit 15 Jahren in Dorsten lebt und zur Tatzeit 2,8 Promille intus hatte, wollte von den Vorwürfen nichts wissen: „Ich habe selbst zwei kleine Kinder und eine jüngere Schwester, ich will ja auch nicht, dass denen so etwas passiert“, sagte er. Er habe sich verlaufen, nachdem er einkaufen war und wollte das Geschwisterpaar nach dem richtigen Weg zur Borkener Straße fragen. Aus Dankbarkeit habe er dem Jungen die Hand gegeben und ihn auf die Wange geküsst.

Neun Monate Haft

Doch die Aussagen der Geschwister erschienen dem Schöffengericht sehr glaubhaft - zumal sich der Angeklagte schließlich mehrfach bei den Opfern entschuldigte. Er wurde in Handschellen zum Prozess vorgeführt. Denn wegen anderer Taten sitzt der 39-Jährige derzeit im Gefängnis. „Noch bis April 2021“, sagte er. Nun kann er sich darauf einstellen, dass er erst im Januar 2022 wieder in Freiheit kommt: Für die Sexualdelikte bekam er weitere neun Monate Haft aufgebrummt.

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